Interlaken

Volksmusik nach Lauterburger Art

InterlakenLandstreichermusik im Kunsthaus Interlaken: Mit Christine Lauterburg, Matthias Lincke, Dide Marfurt und Simon Dettwiler spielten vier virtuose Musizierende zusammen, die unterwegs sind in Sachen Volksmusik.

Landstreichermusik im Kunsthaus Interlaken: Mit Christine Lauterburg, Matthias Lincke, Dide Marfurt und Simon Dettwiler spielten vier virtuose Musizierende zusammen, die unterwegs sind in Sachen Volksmusik.

Landstreichermusik im Kunsthaus Interlaken: Mit Christine Lauterburg, Matthias Lincke, Dide Marfurt und Simon Dettwiler spielten vier virtuose Musizierende zusammen, die unterwegs sind in Sachen Volksmusik. Bild: Anne-Marie Günter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Blonde Mähne, hohe Stiefel: Auf den ersten Blick ist die Bernerin Christine Lauterburg weit weg von Tracht, wie sie für Jodlerinnen gewünscht ist. Aber irgendwie doch nicht so ganz, denn es gibt eine Art Tschöpli, Kettenschmuck, Mieder. Jodeln kann sie, wunderschön sogar. Und warum soll sich in alten Zeiten nicht einmal ein Juchz zum Schrei entwickelt haben, wenn der Senn übermütig war, oder entgleist sein, wenn er Liebeskummer ­hatte?

Christine Lauterburg ist Künst­lerin, Schauspielerin, Film­schauspielerin in den frühen Werken von Felix Klopfenstein. Mit Max Rüdliger war sie ein Antitraumpaar, nicht lifestyleschön, aber lebensecht. Singen hat sie gelernt. «Mit über dreissig Jahren habe ich dann endlich herausgefunden, was ich singen kann. Nämlich Lieder in meiner Sprache und den uralten Jutz», steht in ihrer Biografie. Seither macht sie das. Nicht immer zur Freude der Verbände. Eher hoch gingen die Wellen, als ausgerechnet sie die Postmarke zum Jodlerfest 2010 zierte.

Gute Volksmusiker wissen ihre Art aber zu schätzen. «Ich geniesse das Konzert», sagte der Alphornbläser und Jodelkomponist Fritz Michel aus Lauterbrunnen im Kunsthaus, wo Christine Lauterburg mit drei Musikern auftrat, denen Volksmusik ebenso am Herz liegt wie ihr. Da ist ­einmal der «Giigema» Matthias Lincke, der von uralten Zäuerli und mitreissenden Schöttischli spricht und mit dem Walzer auf Zeitreise geht.

Zum Tanzen konnte der Geiger im Kunsthaus nicht verführen, aber im «Gradha» mit der Stimme war er richtig gut. Multiinstrumentalist Dide Marfurt spielte fast alles, vom Trümpi über den Dudelsack bis zur Drehleier, die einst die Ritter von den Kreuzzügen mitbrachten. Ein sicherer Wert für den Volkston war der virtuose Örgeler Simon Dettwiler.

Das Quartett spielte und sang sich gekonnt, mitreissend und humorvoll durch alte und neuere Tänze, Volks- und Jodellieder, spöttische, ernste, dramatische. Angetan haben es Christine die Lieder des Berner Tramführers Jakob Ummel (1895 bis 1992). Ein Höhepunkt des Abends war «Sing Ruedli, sing». Bei ihr wird klar: Das schöne Lied erzählt von den Verlierern im bäuerlichen Alltag. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.01.2017, 08:23 Uhr

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Kommentare

Blogs

Liebe, Sex und Mord

Gartenblog Blühende Tage

Service

Die Welt in Bildern

Lichtermeer: Kinder rennen durch eine Licht-Installation im Zoo von Sydney (21. Mai 2017).
(Bild: Wendell Teodoro) Mehr...