Biglen

Auf dem Land verändern Verdichtungsprojekte das Ortsbild

BiglenNicht nur in der Stadt ist Verdichten ein Thema. Auch auf dem Land will man die vorhandenen Flächen besser nutzen. Ein ­Beispiel aus Biglen.

Fremdkörper oder Bereicherung? So würde die «Skyline» von Biglen mit der Überbauung Dättlig aussehen.

Fremdkörper oder Bereicherung? So würde die «Skyline» von Biglen mit der Überbauung Dättlig aussehen. Bild: zvg

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Das Projekt ist mutig: Achtzig neue Wohnungen, verteilt auf sieben Bauten, die bis zu sechs Stockwerke hoch werden sollen. Und das nicht in der Stadt oder in der Agglo, sondern in Biglen, eine knappe halbe Autostunde von Bern entfernt. Die Rede ist von der geplanten Überbauung Dättlig. Ebenfalls ein klassisches Verdichtungsprojekt: Ein Gewerbebau, in dem jetzt noch die Baumat AG eingemietet ist, soll abgerissen und das Gelände mit einer Wohnsiedlung überbaut werden.

Im Mai dieses Jahres wurden die Einwohner Biglens erstmals über das Projekt informiert. Für das Dorf wäre es eine grosse Veränderung, da die Bevölkerung auf einen Schlag um schätzungsweise 14 Prozent wachsen würde. Ob dieser Plan aber eins zu eins umgesetzt werden kann, ist noch in der Schwebe. Am Infoabend, an dem das Projekt vorgestellt wurde, waren einige Vorbehalte aus der Bevölkerung zu hören.

Sorge um die Dächer

Während bei der Siedlung Stöck­acker Süd vor allem die Angst vor der Verdrängung ein Thema war, spielen in Biglen andere Befürchtungen eine Rolle. Das Dorf bekäme durch die verdichtete Siedlung ein völlig neues Gesicht verpasst. Mit bis zu sechs Stockwerken würde die Überbauung klar aus dem Ortsbild herausragen, auch weil sie leicht erhöht liegt.

Entsprechend viele Wortmeldungen gingen ein, in denen Votanten forderten, die Anzahl Stockwerke noch einmal zu überdenken. Und: Die Flachdächer durch Kuppeldächer zu ersetzen, damit sie besser ins Ortbild passen. In einer kleinen Gemeinde wie Biglen spielen ausserdem Sprungkosten bei der Infrastruktur eine Rolle. Schulraum- und Liegenschaftsplanung müssen bei Grossprojekten in die Planung miteinbezogen werden.

Da das Projekt noch die Gemeindeversammlung passieren muss, ist es auf den Goodwill der Bevölkerung angewiesen. Entsprechend wurde im Mai ein Mitwirkungsverfahren gestartet. Der Bericht dieses Verfahrens wurde auf den 5. Juli in Aussicht gestellt. Aber noch immer lässt er auf sich warten. Immerhin: Auf der Gemeindeverwaltung teilt man mit, dass der Bericht in den nächsten Wochen kommen soll. Dann wird man sehen, wie die Biglerinnen und Bigler tatsächlich zur Verdichtung stehen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.08.2016, 08:48 Uhr

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