Hinterkappelen

Bootshaus geht baden

HinterkappelenDie Bevölkerung kann aufatmen: Das neue Bootshaus der Seepolizei wird nicht auf dem beliebten Badeplatz beim Stägmattsteg gebaut. Die Gemeinde Wohlen und der Kanton suchen nach einem neuen Standort.

Der Badeplatz beim Stägmattsteg kommt als Standort für das neue Bootshaus für die Seepolizei nicht mehr infrage.

Der Badeplatz beim Stägmattsteg kommt als Standort für das neue Bootshaus für die Seepolizei nicht mehr infrage. Bild: Urs Baumann

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Der Aufschrei in der Bevölkerung von Hinterkappelen war gross. Ausgerechnet an einem beliebten Badeplatz am Wohlensee, neben dem Stegmattsteg, sollte das neue Bootshaus der Seepolizei gebaut werden. Als das Projekt im Frühling öffentlich aufgelegt wurde, regte sich sofort Widerstand. An einem Informationsabend mussten die Vertreter des Kantons heftige Kritik einstecken.

Auch der Wohlener Gemeinderat bekam sein Fett ab: Er hatte das Projekt mit einem Landabtausch an diesem Standort erst ermöglicht. Über 1500 Personen unterschrieben eine Petition, die den Gemeinderat aufforderte, das Bootshaus an diesem Standort zu verhindern.

Macht keinen Sinn

Wegen des grossen Widerstandes hatte das Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) das Projekt bis Ende Jahr sistiert. Am Dienstagabend haben sich alle Beteiligten (Kanton, Seepolizei, Petitionäre, Umweltverbände) an einem runden Tisch getroffen, auf Einladung des Wohlener Gemeinderats. Das wichtigste Ergebnis: Der Badeplatz wird als Standort für das Bootshaus der Seepolizei nicht weiterverfolgt.

Es sei ein konstruktives Gespräch in einer guten Atmo­sphäre gewesen, sagt Gemeindepräsident Bänz Müller (SP plus). Zuerst hätten das AGG und die Kantonspolizei ihre Argumente erläutert, danach die Einsprecher und Petitionäre. Daraus sei klargeworden, dass es angesichts der Opposition keinen Sinn mache, das Bootshaus auf diese Wiese zu stellen. «Ich hatte nicht erwartet, dass schon ein Resultat erzielt wird», so Müller.

Bedarf ist unbestritten

Unbestritten bei allen Beteiligten ist, dass die Seepolizei am Woh­lensee ein neues Bootshaus braucht. Nur so kann sie ihren ­gesetzlichen Auftrag erfüllen. Zurzeit ist sie bei einem Privaten eingemietet, weil das eigentliche Bootshaus in der Inselrainbucht verlandet ist. «Das ist eine Not­lösung», sagt Müller.

Die Gemeinde Wohlen und das Amt für Grundstücke und Gebäude suchen nun gemeinsam nach Alternativen. Der Bereich des Stägmattstegs bleibt aber im Vordergrund, dies wegen der guten Zufahrt auf der Strasse. Gesucht wird auf beiden Uferseiten. Man wolle dieses Mal offensiver informieren und die Bevölkerung nicht vor vollendete Tatsachen stellen, ergänzt der Gemeindepräsident.

Bänz Müller ist optimistisch, dass man gemeinsam eine andere und für alle akzeptable Lösung finden wird. Es gehe nicht nur darum, die «heisse Kartoffel einfach weiterzugeben». Ein konkreter Zeitplan liegt nicht vor, aber es braucht eine möglichst rasche ­Alternative.

Klar ist, dass der Bau des Bootshauses am Ufer des Wohlensees eine Ausnahmebewilligung benötigt. Offen ist hingegen, ob diese über eine Anpassung der Uferschutzzone oder im Rahmen eines ordentlichen Baugesuchs beantragt wird. Das Baugesuch von diesem Frühjahr wird zurückgezogen, es ist obsolet.

Zusammenraufen

Das Aufschnaufen nach diesem Entscheid sei bei der Bevölkerung sicher gross, sagt Christian Cappis, Präsident der Kirchgemeinde Wohlen und Koordinator der Einsprechenden. Er lobt das Gesprächsklima am runden Tisch. Gut sei, dass der Kanton sich nicht auf eine Kraftprobe eingelassen, sondern gemerkt ­habe, dass sich das Bootshaus auf dieser Wiese nicht realisieren lasse.

Christian Cappis ist sich bewusst, dass es nicht einfach wird, einen neuen Standort für das Bootshaus zu finden. Wichtig sei nun, dass man über die Gemeindegrenzen hinweg zusammensitzt und auf politischer Ebene nach einer Lösung sucht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.10.2016, 07:55 Uhr

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