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Der Widerstand gegen das geplante Tierheim reisst nicht ab

BernAuch dem überarbeiteten Projekt für ein Tierheim in der Eymatt schlägt Widerstand entgegen. Die grösste Sorge der Einsprecher, die überwiegend aus Hinterkappelen stammen, ist nach wie vor störendes Hundegebell.

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Vor einem Monat gab sich der Fürsprecher des Berner Tierschutzes zuversichtlich. Das Projekt für ein Tierheim in der Eymatt sei nun «parat dafür, vors Volk zu kommen» – mehr als zwanzig Jahre nach Beginn der Suche nach einem Ersatzstandort für das Tierheim in Oberbottigen, mehr als zehn Jahre seit der Eingabe des ersten Baugesuchs.

Nach der öffentlichen Auflage des neuen Bau­gesuchs und der dazu­gehörigen Überbauungsordnung ist aber klar: Das Projekt für ein Tierheim in der Eymatt, einer Lichtung im Bremgartenwald, stösst weiterhin auf Widerstand. Gegen das geplante Tierheim sind gleich mehrere Einsprachen eingegangen.

Gemäss Auskunft der städtischen Präsidial­direktion, die die Geschäfte koordiniert verabschiedet hat, stammen die Einsprachen von drei Organisationen sowie von rund 40 Privaten. Diese wohnten hauptsächlich in Hinterkappelen und hätten sich in mehreren Gruppen organisiert, heisst es weiter.

Lärmgutachten «untauglich»

Schon das ursprüngliche Projekt wurde am heftigsten aus der Aumatt kritisiert, einer Wohnsiedlung auf der anderen Seite des Wohlensees, 700 Meter vom geplanten Standort in der Eymatt entfernt. Die aktuelle Einsprache einer solchen Gruppe zeigt, wie umfassend ihre Kritik am geplanten Tierheim ist.

Die grösste Sorge der Einsprecher ist immer noch das Hunde­gebell, das vom benachbarten Wald herübertönen und die Lebensqualität in der Aumatt trüben könnte. Sie verlangen, dass eine spezialisierte Firma oder die ETH Zürich «einen konkreten Bellversuch mit 58 Hunden auf dem beabsichtigten Standort des Tierheims» durchführen, «und dies zu allen vor­gesehenen Betriebszeiten in den verschiedenen Saisons, wie zum Beispiel auch am Sonntagmorgen in der blätterlosen Winterzeit».

«Wir verlangen einen Bellversuch mit 58 Hunden zu allen vor­gesehenen Betriebszeiten in den verschiedenen Saisons.»Einsprecher

So definiert man wohl «Herkules­auf­gabe»; es ist kaum vorstellbar, wie eine solch mehrmonatige Studie organisiert werden könnte – ganz zu schweigen davon, wie sie sich finanzieren liesse.

Das vor elf Jahren vom Verein Berner Tierschutz eingeholte Lärmgutachten jedenfalls erachten die Einsprecher als «reine Parteibehauptung» und für eine objektive Beurteilung «untauglich». Weil etwa die Lärmmessungen nicht vorschriftsgemäss durchgeführt und die je nach Wetter äusserst unterschiedlichen Klangverhältnisse ignoriert worden seien, leide das Gutachten «auch inhaltlich an verschiedenen Mängeln».

Kanton entscheidet

Zahlreiche Kritikpunkte äussern die Einsprecher nur «für den Fall, dass wider Erwarten auf das Baugesuch eingetreten wird». Dazu gehört neben den befürchteten Lärmimmissionen die Ansicht, dass die Durchführung hundesportlicher Kurse auf dem Gelände zonenwidrig wären, dass einige geplante Parkplätze einem Gasröhrenspeicher zu nahe kämen oder dass die geplante Zufahrt via Wohlenstrasse eine beliebte Veloroute unsicherer machen würde.

Vor all diesen Argumenten gegen das Baugesuch halten die Einsprecher aber fest, dass die vorgelegte Überbauungsordnung ihres Erachtens nicht genehmigungsfähig sei, weil sie gegen verschiedene Gesetzesbestimmungen verstosse.

Laut dem Fürsprecher des Vereins Berner Tierschutz, Daniel Wyssmann, habe man mit Einsprachen rechnen müssen. Inhaltlich wollte er sich vor der Prüfung der Gegenargumente nicht äussern. Das Projekt sei sehr sorgfältig erarbeitet worden, hatte er vor einem Monat gesagt.

«Das Projekt ist sehr sorgfältig erarbeitet worden.»Baugesuchsteller

Die Stadt organisiert und führt nun die notwendigen Einspracheverhandlungen. Danach leitet sie das Geschäft an den Kanton weiter, der über die Einsprachen entscheiden wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.01.2017, 20:38 Uhr

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