La Neuveville

Starben die Frauen an einem Stromschlag?

La NeuvevilleIm Hafen­becken von La Neuveville sterben zwei Frauen und ein Hund. Die Umstände sind unklar. Doch die elektrischen Installationen des Hafens nehmen die Ermittler ganz genau unter die Lupe.

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Was am Montagvormittag im Hafen von La Neuveville passierte, ist eine Tragödie: Ausgelöst wird der Alarm um 11.20 Uhr. Danach geht alles schnell. Im Gebiet rund um den Hafen von La Neuveville herrscht Ausnahmezustand. Das Gelände wird grossräumig ab­gesperrt, Polizisten sichern die Zugänge, Schaulustige werden abgewiesen.

Ein weisses Zelt wird aufgestellt und schützt vor neugierigen Blicken. Polizisten, Sanitäter, die Feuerwehr und die Seepolizei, Forensiker sowie die Staatsanwaltschaft sind vor Ort, das Careteam des Kantons Bern ebenfalls. Dieses kümmert sich, so viel ist von weitem zu erkennen, um Menschen, die offensichtlich unter Schock stehen.

«Wir stehen unter Schock»

Auf sozialen Medien und im Internet kursieren erste Meldungen. Doch diese sind mehr als nur vage. Von mehreren Toten im Hafenbecken ist die Rede, von einem Unfall, doch alles bleibt speku­lativ. Die Schweizerische De­peschenagentur tickert in einer Vorabmeldung von «Informationen, die nicht gesichert sind».

«Wir stehen unter Schock», gibt derweil Gemeindepräsident Roland Matti auf einem Onlineportal zu Protokoll. Christoph Gnägi, Pressesprecher der Kantonspolizei, ist zwar am Hafenbecken vor Ort. Mehr gibt es aber auch von ihm nicht zu erfahren. Gnägi verweist auf das Polizeicommuniqué, das in Kürze erscheinen soll.

Doch die Kürze zieht sich in die Länge. Der Leichenwagen fährt vor und mit einem Sarg wieder weg. Erst kurz vor 17 Uhr herrscht Gewissheit. Die traurige Bilanz: zwei tote Frauen und ein toter Hund. Von allfälligen Problemen im Zusammenhang mit der elektrischen Installation des Hafens ist in der Polizeimeldung die Rede. Von ersten Erkenntnissen, wonach alle drei, die Frauen und das Tier, ins Wasser gefallen seien.

«Obwohl umgehend Rettungskräfte ausrückten, konnte nicht verhindert werden, dass die zwei Frauen sowie der Hund starben», schreibt die Staats­anwaltschaft. Gesichert ist: «Eine der Frauen wollte den Hund aus dem Wasser ziehen und fiel selber hinein – das Gleiche geschah danach mit der anderen Frau», weiss Polizeisprecher Gnägi.

Ebenfalls sicher ist: Eine der Frauen wird von Passanten lebend aus dem Wasser geborgen. Im Spital stirbt die Frau, deren Identität bis am Abend un­geklärt ist. Die andere Frau stirbt noch im See, von ihr weiss man dies: 24-jährig, Schweizerin aus dem Kanton Bern.

Viele offene Fragen

Offen bleiben viele Fragen, mit denen sich die Ermittler nun beschäftigen. Etwa damit, ob ein Stromschlag für den tödlichen Ausgang verantwortlich ist, was gemeinhin kolportiert wird. ­Myriam Reinhard vom Lokalradio Canal 3 beobachtet noch vor Ort, wie Spezialisten beim Geländer Messungen vornehmen. Eine Steckdose wurde versiegelt, die elektrischen Installationen untersucht.

Deshalb ist der Hafen derzeit nur teilweise zugänglich. Aufhorchen lässt, dass sich im nahen Neuenburg im Jahr 2013 ein ähnliches Drama ereignet hat. Dort starb im Hafen ein Schwimmer, als er wegen einer defekten Stromleitung einen Schlag erlitt. Lässt sich der Unfall in La Neuveville damit vergleichen? Es ist eine von vielen Mutmassungen.

(egs/jat/mb/sda)

Erstellt: 15.05.2017, 15:11 Uhr

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