Langnau

Nicht alle Züchter sind begeistert

LangnauDie Emmentaler Starparade wechselt den Standort von Langnau nach Burgdorf. Nicht alle sind ­glücklich mit dem neuen Austragungsort. Der Grund: In der Markthalle können rund 25 Tiere weniger ausgestellt werden als bisher.

Die Starparade der Emmentaler Rinder und Jungkühe findet mindestens in diesem Jahr nicht mehr im Zelt in Langnau statt, sondern in der frisch sanierten Burgdorfer Markthalle.

Die Starparade der Emmentaler Rinder und Jungkühe findet mindestens in diesem Jahr nicht mehr im Zelt in Langnau statt, sondern in der frisch sanierten Burgdorfer Markthalle. Bild: Archivbild Daniel Fuchs

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Zwanzig Jahre lang wurde die Starparade in der Markthalle in Langnau abgehalten. Damit ist nun Schluss: Die 21. Durchführung am Sonntag, 28. Februar, findet in der frisch sanierten und umgebauten Markthalle in Burgdorf statt. Das entschied der Emmentalische Fleckviehzuchtverband (EFZV) im letzten November anlässlich einer Vorstandssitzung. Die Mehrheit der rund dreissig Anwesenden habe sich für den Standort Burgdorf ausgesprochen, sagt Walter Lüthi. Er präsidiert den EFZV, welcher die Starparade durchführt.

Lüthi räumt ein, dass der Entscheid der Vorstandsmitglieder nicht bei allen Viehzüchtern gut ankomme. «Ich kann es teilweise sogar nachvollziehen», zumal Langnau für viele Züchter zen­traler liege als Burgdorf und etliche Landwirte nun einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen müssten. Bemängelt werde zudem von den Kritikern, dass in Burgdorf aus Platzgründen rund 25 Tiere weniger als in Langnau aufgeführt werden könnten, weiss der Präsident.

«Ein Verlust für die Region»

«Weniger Ausstellungstiere schmälern die Chancen der Züchter», ist Alfred Zaugg, Geschäftsführer der Tiervermarktung Langnau, überzeugt. «Von den jeweils rund 160 vorgeführten Tieren waren rund 40 bis 50 absolute Spitzentiere.» Der Rest habe zwar kleine Fehler aufgewiesen, sei aber trotzdem ausstellungswürdig gewesen, so Zaugg. «Viele schöne Tiere müssen nun daheim bleiben.» Und das wiederum könne sich auf den Verkaufspreis der Tiere auswirken. Zaugg bedauert den Entscheid und meint: «Für die Region ist der Standortwechsel ein Verlust.»

Lüthi erläutert die Gründe, die für den Standortwechsel sprachen: «Wenn in Langnau zeitgleich mit der Starparade ein Eishockeymatch stattgefunden hat, war die Parksituation sehr schwierig. Denn das Eisstadion und die Markthalle stehen nebeneinander.» Zwar habe die Gemeinde jeweils für genügend Parkmöglichkeiten gesorgt, diese seien jedoch teilweise weit von der Markthalle entfernt gewesen. Anders in Burgdorf: «Die Markthalle verfügt über einen grossen Parkplatz und weitere Parkmöglichkeiten in der Nähe», so Lüthi.

Weiter spricht Lüthi die Infrastruktur an: «In Langnau musste für die Präsentation der Tiere extra ein grosses Zelt aufgestellt werden.» Das sei in Burgdorf nicht nötig, und deshalb würden diese Kosten wegfallen. Apropos Geld: Lüthi dementiert, dass der Standortwechsel mit den 10 000 Franken in direktem Zusammenhang stehe, die der EFZV als Anteil bei der Sanierung des Stalles in Burgdorf an das Auktions­komitee bezahlte. Dieses organisiert die dortigen Viehauktionen und musste für die Hälfte der Stallkosten aufkommen.

Den Rest für die Stallung wie auch die Sanierungskosten für die Markthalle übernahm die Markthalle Burgdorf AG. «Das Geld hat nur geringen Einfluss», betont Lüthi. Jedoch verzeichnete im letzten Jahr die Starparade ein Defizit, das auf verschiedene Gründe ­zurückzuführen war. Lüthi hofft nun, dass bei der diesjährigen Veranstaltung ein kleiner Gewinn geschrieben wird, nicht zuletzt weil die Infrastrukturkosten in Burgdorf geringer ausfallen als in Langnau. Auch stellt er fest, dass der Verband bei einem etwaigen Ausbau der Markthalle Langnau ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten würde.

Andere Probleme

Trotz unterschiedlichen Meinungen liegt Walter Lüthi eines am Herzen: «Wir wollen wegen des Standortwechsels keinen Streit im Emmental. In der Landwirtschaft haben wir andere Probleme.» Zudem sei es nicht in Stein gemeisselt, dass die Star­parade nun jedes Jahr in der Emmestadt durchgeführt werde.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 06.01.2016, 05:53 Uhr

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