Prävention

Drei von zehn Berner Teenager rauchen

Prävention72,7 Prozent der Berner Teenager haben noch nie geraucht. Dies ergab eine Umfrage bei mehr als 1000 Berner Schülerinnen und Schülern durch das Blaue Kreuz.

Gemäss dem Blauen Kreuz können sich nur drei von zehn Teenager fürs Rauchen begeistern (Symbolbild).

Gemäss dem Blauen Kreuz können sich nur drei von zehn Teenager fürs Rauchen begeistern (Symbolbild). Bild: Martin Ruetschi/Keystone

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Mehr als 120 Suchtprävention-Workshops hat das Blaue Kreuz im Jahr 2015 im Kanton Bern durchgeführt, wie die Fachstelle mitteilt. Dabei seien 1018 Schülerinnen und Schüler von der 7. bis 9. Klasse über ihren Suchtmittelkonsum befragt worden.

Erstmals könnten im Kanton Bern Angaben zum E-Shisha-Konsum vorgelegt werden: 71 Prozent der Berner Teenager hätten noch nie eine E-Shisha probiert. Bei den Zigaretten liege der Anteil sogar bei 72.7 Prozent. Der E-Shisha-Probierkonsum liege zudem leicht höher als das Rauchen von Zigaretten und Wasserpfeifen.

Hingegen werde regelmässiger geraucht als gedampft. So rauchen 5.5 Prozent der Schüler wöchentlich oder monatlich. Bei der E-Shisha liegt der Anteil der wöchentlich oder monatlich Konsumierenden bei 3.5 Prozent.

Zu leichter Zugang zur E-Shisha

«Die Resultate zeigen, dass insbesondere die leichte Verfügbarkeit von E-Shishas ein Problem darstellt», schreibt das Blaue Kreuz. Im Vergleich zu Tabakprodukten gebe es da noch keine Jugendschutzbestimmungen. «Wir fordern die Gleichbehandlung von E-Shishas mit herkömmlichen Raucherwaren», so das Blaue Kreuz.

Obwohl bei E-Shishas kein Verbrennungsprozess stattfindet, seien diese Produkte nicht unproblematisch. So enthält das Aerosol von E-Zigaretten Partikel in ähnlicher Grösse und Konzentration wie Tabakrauch. Das Dampfen kann zudem in der Lunge oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen auslösen.

Alkohol als Aufmunterung

Aus der aktuellen Auswertung des Blauen Kreuzes geht weiter hervor, dass 7.3 Prozent der Oberstufenschüler wöchentlich oder monatlich Alkohol konsumieren. 4.4 Prozent trinken, um Probleme zu bewältigen oder in der Hoffnung, sie könnten sich damit aufmuntern.

«Diese Tatsache ist besonders problematisch, da ungünstige Bewältigungsstrategien antrainiert werden, die eine spätere Alkoholabhängigkeit begünstigen» so Markus Wildermuth, vom Blauen Kreuz. (ngg)

Erstellt: 04.02.2016, 15:11 Uhr

Workshops

Die Workshops, die während dem ganzen Jahr stattfinden, werden anonym und jeweils unmittelbar nach Abschluss im Klassenzimmer ausgewertet. Lehrkräfte sind bei den Befragungen nicht anwesend. Während den Workshops werden die Jugendlichen interaktiv zu Suchtmittel und Gruppendruck sensibilisiert. Neu lanciert das Blaue Kreuz die Klassenwettbewerb Drogenfrei, bei dem Oberstufenlehrkräfte ihre Klasse ab sofort anmelden können. Ziel ist es den Suchtmittelmissbrauch zu reduzieren.
www.suchtpraevention.org

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