Einmal mit den Grossen «chneble»

Die Hockeyspieler des SC Langenthal nutzen ihren freien Tag, um auf der «Ischbahn Muemetu» zu spielen. Organisatoren und ­Besucher sind begeistert.

Spass statt Ernstkampf: Die Spieler des SC Langenthal (v. l. Mike Völlmin und Michael Trüssel) verstehen es, die Kinder anzuspornen.

Spass statt Ernstkampf: Die Spieler des SC Langenthal (v. l. Mike Völlmin und Michael Trüssel) verstehen es, die Kinder anzuspornen. Bild: Olaf Nörrenberg

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Schneehäufchen liegen auf der Eisfläche, auch einige von den Bäumen gefallene Blätter und Knospen. Keine einfache Sache, auf dieser Unterlage Hockey zu spielen. Claudio Cadonau greift kurzerhand zur Schneeschaufel, die sich an zwei Griffen übers Eis stossen lässt. Der Verteidiger des SC Langenthal putzt das Spielfeld – an seinem freien Tag.

Nicht nur ihn hat es keine 24 Stunden nach dem Sieg gegen La Chaux-de-Fonds nach Aarwangen verschlagen. Auch die beiden Kanadier Brent Kelly und Jeff Campbell sowie ein halbes Dutzend andere Spieler sind hier und befreien die «Ischbahn Muemetu» vom lästigen Schnee.

Spieler sagten spontan zu

Hinter der Bande steht Peter Stucki. Eigentlich amtet er als Betreuer und Materialverantwortlicher beim SC Langenthal, aber hier ist er Vereinspräsident und Eismeister, der die Hockeyspieler anschickt, umsonst zu schwitzen. «Jeder Puck, der in den Wald geht, wird geholt», mahnt er, und erntet sogleich einen Handgelenkschuss voller Schnee.

Stucki hat für das Plauschspielen mit der Aarwanger Bevölkerung seine Kontakte spielen lassen. Dann, im Montagstraining der ersten Mannschaft, haben Spieler spontan zugesagt, nachdem sie von Trainer Jason O’Leary grünes Licht bekommen hatten. O’Leary ist ebenfalls vor Ort, nicht um auf seine Schützlinge aufzupassen, sondern um sich mit ihnen zu messen.

Die Kleinsten treffen

Nach und nach wagen sich Kinder und Jugendliche aufs Eis. Die Kleinsten, bewaffnet mit Helm und Stock, stellen sich mutig in den Wald lauter langer Beine. Sie sollen belohnt werden mit Toren, die Goalie Jeff Campbell grosszügigerweise passieren lässt. Überglücklich klatschen sie mit ihren prominenten Mitspielern ab.

Mitinitiiert beim SCL hat die Plauschaktion Stürmer Marc Kämpf, für den es selbstverständlich ist, seine Zeit zu opfern: «Das ist doch ganz klar.» Das freut natürlich Noël Guyaz, ehemaliger Profi und jetzt Assistenztrainer beim SCL, der das Geschehen beobachtet. Ob er keine Bedenken habe, dass sich seine Mannen hier übertun könnten? «Nein, nein», winkt er ab. «Die wissen genau, was sie tun.» Sowieso sei es ihm ein Anliegen, dass die Mannschaft auch neben dem Eis in der Öffentlichkeit präsent ist.

Hockeyspieler ohne Schmerz

Ein Bub mit Helm hat plötzlich den Puck, da wird er von einem grösseren Jungen über den Haufen gefahren. Das war doch ein Foul! Obwohl keine Absicht dahintersteckte. Der Bub bleibt einige Sekunden erschrocken liegen, bevor er weinend zu seiner Mutter fährt. Wenig später steht er aber bereits wieder inmitten der SCL-Spieler, die ihm auf die Schulter klopfen. Hockeyspieler kennen keinen Schmerz.

Für den «Ischbahn Muemetu»-Vereinspräsidenten Peter Stucki ist der Plauschmatch auch ein Marketingerfolg: «Dinge wie diese helfen uns, unsere Eisbahn möglichst vielen Leuten zugänglich zu machen.» Das Eisfeld wird schon seit Jahrzehnten jeden Winter in Aarwangen angelegt. Und solange es kalt ist, bleibt es auch geöffnet. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2017, 18:06 Uhr

Natureis in Eriswil

Auch in der Region Huttwil gibt es nach wie vor eine natürliche Alternative zum Kunsteis im Campus Perspektiven: In Eriswil werden jeweils zu Beginn des Winters Holzbanden aufgestellt, und wenn die Temperaturen unter null Grad sinken, holen die Oberstufenschüler die Wasserschläuche hervor und spritzen auf dem Pausenplatz Natureis. In diesen Tagen ist es wieder so weit, wie der Lehrer der Oberstufe, Hanspeter Blaser, festhält. Zugänglich ist die Eisbahn, solange die Temperatur unter dem Nullpunkt bleibt. Rege genutzt wird die Eisbahn von der Schule. Der Eintritt ist gratis.

Im letzten November hat der Gemeinderat ein Bekenntnis zur eigenen Natureisbahn abgegeben: Er bewilligte 2500 Franken aus dem für gemeinnützige und wohltätige Aufgaben eingerichteten Füllemann-Dubach-Fonds, damit neue Holzbanden angeschafft werden konnten. Nötig wurde dies, weil die alten Banden nach 30 Jahren in Betrieb altersbedingt hatten entsorgt werden müssen.

Laut Hanspeter Blaser prüfte eine Arbeitsgruppe der Gemeinde sogar, fürs Schlittschuhlaufen eine Kunststoffbahn für den Sportplatz anzuschaffen. Als sich jedoch abzeichnete, dass es in Huttwil wieder eine Kunsteisbahn geben wird, wurden diese Pläne aufgegeben und stattdessen wieder Banden für den Pausenplatz angeschafft. Diese dienen den Jugendlichen auch bei wärmeren Temperaturen dazu, Fussball oder Land­hockey zu spielen. jr

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