Unterseen

440'000 Franken für besseren Hochwasserschutz

UnterseenAn der Versammlung der Schwellenkorporation wurde für die Behebung der Hochwasserschäden vom 25. Juni 2016 ein Bruttokredit von 440'000 Franken bewilligt.

Der Lombach führte am 25. Juni 2016 Hochwasser. Die Schutzbauten halten den Wassermassen zwar stand, es entstehen Schäden an Ufermauern,  Schwellen und Blockrampen.

Der Lombach führte am 25. Juni 2016 Hochwasser. Die Schutzbauten halten den Wassermassen zwar stand, es entstehen Schäden an Ufermauern, Schwellen und Blockrampen. Bild: zvg

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Der im vergangenen November zum Präsidenten gewählte Hans Peter Feuz leitete am Mittwochabend seine erste Versammlung der Schwellenkorporation Unterseen.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Ereignis, das zehn Monate zurückliegt: Am 25. Juni 2016 sorgten 80 Millimeter Niederschlag innerhalb von 24 Stunden – 60 Millimeter allein zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens – für ein Lombach-Hochwasser mit einer maximalen Abflussmenge von 110 bis 120 Kubikmetern pro Sekunde. Dies entspricht laut Fachleuten einem Hochwasserereignis von circa 80-jährlicher Eintretenswahrscheinlichkeit.

20 Positionen im Protokoll

Das damals aufgenommene Schadenprotokoll weist rund 20 Positionen auf. Der mehrseitigen Ereignisdokumentation ist aber auch zu entnehmen: «Das Hochwasser zeigte, dass sich die in den letzten 25 Jahren am Lombach realisierten Schutzbauwerke bewährten.»

Das Ereignis habe aber gezeigt, dass die Ufermauern zwischen Neuhausbrücke und Thunersee schadenanfällig sind. Die Lecks in diesem Abschnitt wurden denn auch umgehend geflickt. Wie Wasserbauingenieur Stefan Tschiemer (Bauingenieure AG Mätzener & Wyss) darlegte, sind dieses Jahr noch 16 Schadenstellen zu beheben: beschädigte Ufersicherung, Schwellen und aufgelöste Blockrampen.

Gemäss Unterhaltsanzeige belaufen sich die Kosten auf 440'000 Franken. Die Versammlung genehmigte den entsprechenden Bruttokredit. Der Kanton wird 33 Prozent davon übernehmen. Auch aus dem Renaturierungsfonds soll es Geld geben.

GEK Lombach bewilligt

Vor drei Jahren bewilligte die Schwelli einen Planungsbruttokredit von 340'000 Franken für die Erarbeitung eines generellen Entwicklungskonzepts (GEK) Lombach, das zu 90 Prozent subventioniert wird. Das nicht ganz unbestrittene Konzept soll im kommenden Mai verabschiedet werden.

Präsident Hans Peter Feuz stellte dazu fest: «Beim GEK handelt es sich ganz klar um ein Konzept und nicht ein Projekt. Über Projekte entscheidet weiterhin die Schwelli.» Ganz klar sei, dass auf der linken Seite des Bachunterlaufs der Hochwasserschutz erste Priorität geniesse und die Wege erhalten blieben.

Der Präsident und der Wasserbauingenieur berichteten im Weiteren über verschiedene Arbeiten an den unterhaltspflichtigen Gewässern. Die Balmholz AG, die in den vergangenen Jahren jeweils das Geschiebe im Lombachdelta wegtransportiert hat, will den Vertrag nicht erneuern. «Wir suchen nach einer Lösung», versicherte der Präsident.

Schwellentelle unverändert

Kassier Roger Salzmann erörterte die Rechnung 2016, die bei einem Gesamtertrag von 349'606 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 165 408 Franken abschliesst, der als übrige Abschreibungen verbucht wurde. Das Eigenkapital beträgt unverändert eine Million Franken.

Der Voranschlag 2018 basiert auf unveränderten Eigentümerbeiträgen (Schwellentelle) von 0,30 Promille des amtlichen Wertes in der Beitragsklasse I und 0,21 Promille in der Klasse II. Vorgesehen sind Nettoinvestitionen von ­395'000 Franken. Nach Vornahme der harmonisierten Abschreibungen verbleibt ein Ertragsüberschuss von 108'340 Franken, der als übrige Abschreibungen budgetiert ist. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.04.2017, 06:46 Uhr

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