Interlaken

Die Kühe in Pink waren ein Flop

InterlakenUnter dem Titel «Vier gewinnt» stand am Dienstag der Unternehmertalk am Internationalen Alpensymposium in Interlaken. Mit dabei war auch der Oberländer Musiker und Fabrikant der schweizweit bekannten hölzernen Kühe, Marc Trauffer.

Trafen sich am Internationalen Alpensymposium zum Dialog unter Unternehmern, v.l.: Viktor Meier, Glice AG, Stephan Hirt, Schwob AG, Burgdorf, Symposium-Moderator Stephan Klapproth, Volker Schmidt, CSS Versicherung und Marc Trauffer, Holzspielwarenfabrikant und Musiker.

Trafen sich am Internationalen Alpensymposium zum Dialog unter Unternehmern, v.l.: Viktor Meier, Glice AG, Stephan Hirt, Schwob AG, Burgdorf, Symposium-Moderator Stephan Klapproth, Volker Schmidt, CSS Versicherung und Marc Trauffer, Holzspielwarenfabrikant und Musiker. Bild: Markus Hubacher

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«Ich habe letzte Nacht in diesem Hotel sehr gut geschlafen», liess Stephan Hiert die Symposiumsteilnehmer wissen und machte als CEO der Schowb AG in Burgdorf, dem Lieferanten der Bettwäsche im Fünfsternhotel, gleich Werbung in eigener Sache. Nichts mit «verschlafen» habe zu tun, dass die Firma Trauffer in Hofstetten bis zum Jahr 2008 keinen Computer in ihrer Fabrik stehen hatte, wie Marc Trauffer sagte.

«Ich habe dann einen PC gekauft, und so hat die Erfolgsgeschichte begonnen», sagte Trauffer. Rasch wies der erfolgreiche Geschäftsmann und Musiker («Alpentainer») aus Hofstetten aber darauf hin, dass die Kühe auch heute noch in Handarbeit hergestellt werden, denn den Wert eines solchen Produkts dürfe man nicht verfälschen.

TV-Sendung gab Startsschuss

Die Gelegenheit beim Schopf gepackt hat Viktor Meier, als er in einer TV-Sendung auf dem britischen BBC-Kanal sah, wie ein Spanier seine Erfindung, Eisbahnen aus Kunststoff, vorstellte. «Das war vor vier Jahren», sagte Meier, der Mitgründer und CEO von Glice ist und die Kunststoffeisbahnen in mehr als 50 Ländern vertreibt. «Ich bin fürs Kommerzielle zuständig, und mein spanischer Mitinhaber und Produkterfinder kümmert sich ums Technische», sagte Meier.

Ob er denn als Unternehmer nie eine Chance nicht gepackt habe, wollte Moderator Stephan Klapproth wissen. «Oh doch», sagte Meier, indem er es vor Jahren verpasst habe, in den USA sein Visum zu verlängern und so seinen Arbeitsplatz bei einem Start-up-Unternehmen räumen musste. Ähnliches widerfuhr Volker Schmidt, dem Konzernmitglied der CSS Versicherung, der sein Praktikum in Australien wegen des Visums abbrechen musste.

Und Marc Trauffer? «Ich mache einen Haufen Fehler, das gehört dazu», sagte er und erzählte schmunzelnd die Geschichte des grössten Firmenflops: «Als es um Neuerungen ging, empfahl mir meine Tochter, doch die Kühe in der Farbe Pink zu verkaufen. Niemand wollte aber die Tiere in dieser Farbe haben.» Die Farbe Pink werde eben nicht mit Holzkühen in Verbindung gebracht, sondern mit anderen Holzspielsachen.

Trauffer und Entschleunigung

Von Klapproth auf Innovationen und Inspirationen angesprochen, experimentieren Hirt und seine rund 200 Mitarbeiter im Textilunternehmen Schwob derzeit mit flammenhemmenden Material. «Zudem sind wir an der Entwicklung eins Geschirrtuches mit Magnet. Dieses soll sich beispielsweise fürs verbesserte Putzen von Weinkaraffen eignen», sagte Hirt. Versicherungen können man nicht neu erfinden, sagte Schmidt, setzt aber auf den Einsatz von Fitnesstrackern, der den Versicherten eine Prämienreduktion bringen soll.

Eisbahnverkäufer Viktor Meier denkt an den Einsatz von Mikrochips in Schlittschuhen, die Daten zu gefahrenen Kilometern liefern sollen. «Wir wollen auch Softwarelösungen anbieten», sagte Meier. «Bleibt die Kuh ein sensorfreies Wesen?», wollte Klapproth von Marc Trauffer wissen. «Wir setzen nicht auf Innovation am Produkt, sondern beim Vertrieb. «Wir streichen noch mehr die Werte unserer Produkte heraus, dann werden wir auch weiterhin Erfolg ­haben.»
(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2016, 22:26 Uhr

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