Gut unterwegs nach harzigem Start

Nach harzigem Start ziehen die voralpinen Skilifte eine mehrheitlich positive Zwischenbilanz. Da und dort ist gar von rekordverdächtigen Wochenenden die Rede.

Skivergnügen für Gross und Klein: Rekordverdächtige Besucherzahlen verbuchte der Skilift Homberg im Januar.  Vorerst ist es aber mit der weissen Pracht vorbei.

Skivergnügen für Gross und Klein: Rekordverdächtige Besucherzahlen verbuchte der Skilift Homberg im Januar. Vorerst ist es aber mit der weissen Pracht vorbei. Bild: Stefan Kammermann

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am vergangenen Sonntag war am Skilift in Schwanden, trotz Weltmeisterschaftsabfahrten im Fernsehen, ordentlich Betrieb. Gestern Montag indes war das Schneesportvergnügen an den Hängen oberhalb Sigriswils bereits wieder fertig. Der Lift stand still. «Wir leben eben immer von der Hand in den Mund», sagt Christian Saurer.

Der Verwaltungsratspräsident der Skilift AG Schwanden will aber nicht klagen. Trotz des verpassten Weihnachtsgeschäfts und des damit verbundenen späten Saisonstarts zieht er eine durchaus positive Zwischenbilanz. Die sehr guten Verhältnisse Mitte Januar mit entsprechendem Schnee und Sonnenschein über dem Nebel hätten für beste Frequenzen gesorgt.

«Es war an den Wochen­enden wie in den besten Zeiten», erläutert Saurer. Die Fixkosten seien jedenfalls bereits gedeckt. «Jetzt hoffen wir natürlich mit den anstehenden Sportwochen noch auf einen guten Februar», so der Verwaltungsratspräsident weiter.

Als Chef eines voralpinen Skilifts sieht sich Saurer bestätigt: «Es hat sich im Januar gezeigt, wenn die Verhältnisse stimmen, wird das regionale Angebot genutzt.» Nicht zuletzt auch deshalb, weil die voralpinen Skilifte mit dem Tarifverbund Voralpen-Charme näher zusammengerückt seien (siehe Kasten). «Wir können ganz klar davon profi­tieren», sagt er. Die Skilifte in Schwanden sind derzeit nicht in Betrieb und öffnen, sobald es die Verhältnisse zulassen. Gespurt sind die Loipen in Schwanden und im Justistal.

Sigriswil: Wilerallmi zu
Ebenfalls nicht in Betrieb ist der Skilift Wilerallmi in Sigriswil. «Wir sind mit dem bisherigen Verlauf der Saison recht zufrieden», bilanziert Betriebsleiter Thomas Graber. Zumal einige Wintersportler dank dem Voralpen-Charme-Ticket den Skilift in Sigriswil neu entdeckt hätten. Ob der Skilift wieder öffnet, hängt von der Witterung ab. «Das Wetter können wir aber nicht be­einflussen.»

Eriz: Anlagen in Betrieb
«Bislang sind wir mit einem blauen Auge davongekommen», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident der Skilift AG Innereriz. Nach dem verpassten Weihnachtsgeschäft ist Reusser glücklich, dass Frau Holle ein Einsehen hatte und im Januar für tolle Schneeverhältnisse gesorgt hat. «Die Nachfrage war im Januar ausserordentlich gut, die Leute hatten Nachholbedarf», erläutert der Verwaltungsratspräsident. Damit sei es auch gelungen, den Ausfall über die Feiertage teil­weise zu kompensieren. Thomas Reusser ist zuversichtlich, Ende Saison eine ausgeglichene Rechnung zu präsentieren, wenn die Sportwochen nicht voll ins Wasser fallen. Die Anlagen im Innereriz sind jedenfalls in Betrieb. Nicht zuletzt auch dank Kunstschnee melden die Verantwort­lichen gute Verhältnisse.

Homberg: Nicht in Betrieb
Am Sonntag herrschten noch tolle Verhältnisse. Gestern nun musste auch der Skilift Homberg seinen Betrieb vorübergehend einstellen. «Im Januar hatten wir fast rekordverdächtige Besucherzahlen», zeigt sich Skiliftmitbesitzer Ueli Wyss mit der bisherigen Saison dennoch zufrieden. Diese zeige, dass Skifahren an den kleinen Skiliften gefragt sei, wenn gute Verhältnisse herrschen würden. Zudem könne der Skilift Homberg vom Tarif­verbund Voralpen-Charme profitieren. «Es gibt zahlreiche Besucher, die uns neu entdecken», hält Wyss fest.

Heimenschwand: Steht still
Still steht im Moment ausserdem der Skilift in Heimenschwand. «Wenn es schneit, können wir rasch wieder öffnen», sagt Beat Kupferschmied. Der Betriebsleiter ist überrascht von der grossen Nachfrage im Januar. Gefragt war unter anderem auch das Abend­skifahren. «Nach der Nullrunde im Vorjahr blicken wir nun positiv in die Zukunft», so der Betriebsleiter weiter. Zumal der Lift vom Voralpen-Charme-Abo profitieren könne. Mehrheitlich gespurt sind die Langlaufloipen in der Region.

Linden: Wintersport möglich
«Wir hatten, glaube ich, noch selten so viele Besucherinnen und Besucher wie im vergangenen Januar», schwärmt Rolf Linder, Betriebsleiter der Skilifte am Schindelberg in Linden bei Oberdiessbach. So sei es vorgekommen, dass an Wochenenden alle Parkplätze voll besetzt waren. Linder führt dies auf die tollen Verhältnisse mit viel Sonne über dem ­Nebel und auf den Voralpen-Charme-Pass zurück. «Dank dem Pass ist unser Bekanntheitsgrad gestiegen, gerade auch im Berner Oberland.» Die Skiliftanlagen in Linden sind in Betrieb, solange es die Verhältnisse erlauben.

Heiligenschwendi: Lift läuft
Von zahlreichen Wintersportfans profitieren konnte ebenso der Skilift in Heiligenschwendi. «Der Januar war sehr gut», sagt Martin Kämpf vom Skilift. Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass der Schnee noch etwas bleibt. Denn in Heiligenschwendi wurden heuer deutlich mehr ­Saisonabonnemente verkauft als auch schon. «Dank dem Vor­alpen-Charme-Pass», erläutert Kämpf.

Goldiwil: In Betrieb
«Gute Verhältnisse», meldet Jakob Leuenberger vom Trainingslift in Goldiwil auf Anfrage. «Wir sind bislang recht zufrieden und nehmen nun jeden Tag vorneweg», sagt Leuenberger. Derzeit ist der Lift in Betreib. Für die Zukunft des Trainingslifts hat er keine Sorgen. Im Hintergrund stehe der örtliche Skiklub mit viel Fronarbeit im Sinne der Nachwuchsförderung.

Beatenberg: Lift läuft
Eine eher durchzogene Zwischenbilanz zieht Hans von Allmen vom Skilift Hohwald in Bea­tenberg. «Das verpasste Weihnachtsgeschäft werden wir nicht aufholen können, diese Umsatzzahlen fehlen uns», sagt er und setzt nun auf die anstehenden Sportwochen. Und weiter: «Wir müssen flexibel sein und jeden Tag nehmen, wie er kommt.» Den Voralpen-Charme-Pass bezeichnet er als gute Werbemöglichkeit für den Skilift. Ansonsten profitiere der Skilift Hohwald aber kaum von diesem Angebot. Die Anlagen sind derzeit in Betreib.

Niederhorn: Sport möglich
Am Niederhorn sind mit Ausnahme der Talabfahrt nach Beatenberg die Pisten präpariert. Geöffnet sind zudem Schlittelweg, Schneeschuhtrail und die Winterwanderwege. Sandra Boss, Stellvertreterin des Betriebsleiters, hofft, dass die Schneedecke anhält. «Damit wir auch in den Sportwochen den Skiliftbetrieb aufrechterhalten können», sagt sie. Das Geschäft über die Fest­tage sei allerdings ansprechend gelaufen. Dies, weil die Niederhornbahn wie im Vorjahr kurzfristig auf Sommerbetrieb umstellte und die Trottinette in Betrieb nahm.

Aeschi: Anlagen offen
In Aeschi sind die Skilifte in Betrieb. «Während dreier Wochen im Januar hatten wir nahezu Rekordfrequenzen, wir haben einen richtigen Drang nach Wintersport festgestellt», betont Betriebsleiter Ruedi Zenger. Dies sei sehr motivierend für die Zukunft des Skilifts. Zumal auch das Echo auf den Voralpen-Charme-Verbund sehr positiv sei. «Die kleinen Skilifte in der Region können gegenseitig davon profitieren», ist sich der Betriebsleiter sicher. Zenger ist sehr zuversichtlich für den weiteren Verlauf der Saison.

Habkern: Pisten gut
Wer in Habkern auf die Piste will, kann dies täglich tun. «Die Verhältnisse sind gut», meldet Christian Tschiemer vom Skilift Habkern. Das verpasste Weihnachtsgeschäft schmerzt ihn: «Dieses Loch in der Kasse werden wir nicht mehr aufholen.» Die Verantwortlichen am Skilift Habkern geben sich indes zuversichtlich. «Jetzt hoffen wir auf gute Verhältnisse während der Sportwochen, dann können wir von einer mittelprächtigen Saison sprechen», sagt Tschiemer.

Blumenstein: Geschlossen
Zu wenig Schnee melden die Verantwortlichen des Skilifts Blumenstein. Die 300 Meter lange Anlage bleibt deshalb geschlossen. Die Betreiber nehmen es gelassen. «Wir hatten im Januar zwei sehr gute Wochen mit vielen Leuten, das freut uns», sagt Marcel Heger vom Skilift. (Berner Oberländer)

Erstellt: 14.02.2017, 06:00 Uhr

Voralpen-Charme

Ein Saisonpass für 19 Skigebiete

Insgesamt 19 kleine Skigebiete rund um den Thunersee sind mit einem Tarifverbund zusammengeschlossen und arbeiten zusammen. Mit dem Saisonskipass Voralpen-Charme können in diesen Gebieten die Pisten genossen werden. Vorteile bieten sich aber auch Besitzerinnen und Besitzern von Saisonkarten der einzelnen Partnergebiete. Alle angeschlossenen Skigebiete gewähren auf ihren Tageskarten entweder eine charmante Zusatzleistung oder bis zu 50 Prozent Rabatt, falls ein Saisonpass eines einzelnen Verbundgebietes vorgewiesen werden kann. Ins Leben gerufen wurde dieser Tarifverbund von den Elsigen-Metsch-Bahnen mit dem Ziel, die lokalen kleinen Skigebiete zu stärken.

www.voralpen-charme.ch

Artikel zum Thema

Reicht die Schneedecke aus, wird gefahren

Biglen Skilifte im Flachland sind ein unsicheres Geschäft. Es gibt Jahre, da zieht der Winter vorbei, ohne je eine ausreichende Schneedecke hinterlassen zu haben. Umso schöner, wenn der Schnee da ist. Mehr...

Der fehlende Schnee bereitet Sorgen

Schangnau Die Skilifte ­liefen diese Saison noch keinen einzigen Tag – mit Ausnahme des Kinderliftes. Das reisst nicht nur ein Loch in die Kasse der Skiliftbetreiber. Auch den etwa zwanzig Mitarbeitern fehlt der Zusatzverdienst. Mehr...

Der Skilift mit der scharfen Linkskurve

Beatenberg Der Skilift Hohwald feiert sein 50-jähriges Bestehen. Wegen seiner scharfen Kurve war er bei seiner Eröffnung sogar Thema der «Tagesschau» im Schweizer Fernsehen. Mehr...

Kommentare

Blogs

Bern & so #porn

Serienjunkie Der spinnt, der Lynch!

Die Welt in Bildern

Abgetaucht: In Zürich geniesst man die sommerlichen Temperaturen mit einem Bad im See. (26. Mai 2017)
(Bild: Walter Bieri) Mehr...