Spiez

Natur kennen, Natur schützen

SpiezFreude an der Natur und Sorge um die Natur halten sich bei Pro Natura Berner Oberland die Waage: Einsprachen waren an der Hauptver­sammlung ebenso ein Thema wie das Exkursionsprogramm.

Bei Einsprachen gegen grössere Projekte, wie etwa das V-Projekt in Grindelwald (hier die Visualisierung des Terminals), übergibt Pro Natura Berner Oberland jeweils an Pro Natura Bern.

Bei Einsprachen gegen grössere Projekte, wie etwa das V-Projekt in Grindelwald (hier die Visualisierung des Terminals), übergibt Pro Natura Berner Oberland jeweils an Pro Natura Bern. Bild: zvg

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«Mit viel Kleinarbeit setzen wir uns dafür ein, dass geltendes Recht in der Natur auch wirklich umgesetzt wird», sagte Präsidentin Nadja Keiser an der Haupt­versammlung von Pro Natura Berner Oberland am Samstag in Spiez.

Im letzten Jahr wurde so unter anderem eine Projektoptimierung bei der Erneuerung des Skilifts Wittenen in Kandersteg erreicht, und auch die Reduktion von Tourenrouten am Schwarzhorn war im Sinne von Pro Natura, die sich in der Mitwirkung zum neuen Richtplan für einen besseren Schutz der Wildtiere vor Störungen eingesetzt hatte. «Allerdings müssen wir immer auch ein Auge auf die Umsetzung haben», sagte Nadja Keiser.

Das gilt für viele Gebiete – von Engstlen, wo sich Pro Natura seit Jahren gegen die «Schneeparadies»-Pläne wehrt, bis zum Blockschuttwald Bütschi, der durch eine Erweiterung des Steinbruchs bedroht ist. Und manchmal konnte auch Pro Natura nur noch darauf hinweisen, dass geltendes Recht verletzt wurde, wie etwa beim «viel zu massiven» Holzschlag in den Engstligen­auen.

Gut arbeitet Pro Natura Berner Oberland nach eigenem Verständnis mit anderen Umweltorganisationen zusammen. Und bei zu grossen Brocken wird die Federführung Pro Natura Bern übergeben – so etwa bei den Einsprachen gegen das V-Projekt der Jungfraubahnen, gegen das Kleinwasserkraftwerk am Sousbach oder gegen die Naturpark-Käserei im Burgholz.

Für alle Fälle vorbereitet

Damit jederzeit genug Unterschriftsberechtigte erreichbar sind, hat der Vorstand die in den Statuten vorgesehene Möglichkeit genutzt und mit dem schon bisher sehr engagierten Vorstandsmitglied Markus Schnidrig einen zweiten Vizepräsidenten neben dem bisherigen Vize Hans Fritschi ernannt.

Um jederzeit wohl begründet argumentieren zu können, hat Pro Natura Oberland im Budget für das laufende Jahr wieder 5000 Franken für die Aufnahme von Pflanzen- und Tierbeständen in potenziell bedrohten Gebieten eingeplant. Damit ist für 2017 ein Defizit absehbar, nachdem die Rechnung 2016 bei einem Ertrag von 32'125 Franken mit 21'250 Franken Gewinn schloss. Der Ertrag fiel ausserordentlich hoch aus, weil eine Sennhütte im Gas­terntal, die Pro Natura vor 25 Jahren geerbt hatte, verkauft wurde.

Zu einem befriedigenden Abschluss des Geschäfts hätten alle Beteiligten beigetragen, wie die Präsidentin betonte: die zuständigen Vorstandsmitglieder ebenso wie die bisherigen Mieter, die sich seit Jahrzehnten gut um die Hütte gekümmert hätten, die Käufer, die das alte Dach mit selber gemachten Schindeln er­neuern wollten, und der bisherige Pächter, der das zugehörige Land gekauft habe und weiterhin bewirtschaften werde.

Beobachten und pflegen

Seit Jahren erfolgreich ist das Programm von Jugend und Natur, das – abgesehen von reinen Jugendanlässen wie dem Ferienpass – allen Generationen offensteht. 2017 sind sechs Exkursionen mit Vogel- und Wildbeob­achtungen im Oberland und im Wallis geplant; dazu kommen die Wasservogelzählungen für die Schweizer Vogelwarte und zwei Pflegeeinsätze in der Natur.

Von den Pflegeeinsätzen der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz berichteten Lukas Mani und Michael Dipner im zweiten Teil der Versammlung. Mit eindrücklichen Bildern zeigten sie, wie in den letzten 41 Jahren über 100'000 Schüler, Lehrlinge, Freiwillige, Zivildienstleistende und Migranten verschiedenste Kulturlandschaften pflegten und dabei nicht nur die biologische Vielfalt erhalten, sondern auch traditionelles Wissen weitergegeben wurde. (Berner Oberländer)

Erstellt: 06.03.2017, 07:51 Uhr

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