Grindelwald

Neuer Schlittelspass in der Sommersaison

Grindelwald Der Ringgenberger Start-up-Unternehmer Andreas Caluori lanciert den «Summer Gemel»: einen Schlitten auf Rädern, auf dem die Gäste ab Ende Mai von der Bergstation Männlichen bis nach Holenstein rodeln können.

Ab Ende Mai sind diese Gefährte der Appenzeller Firma ALPN Design auch zwischen Männlichen und Holenstein unterwegs.

Ab Ende Mai sind diese Gefährte der Appenzeller Firma ALPN Design auch zwischen Männlichen und Holenstein unterwegs. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schlitteln kann man nur, wenns Schnee hat – logisch. Eigentlich. Nicht für Andreas Caluori. Der Ringgenberger verfrachtet eines der typischsten Wintersportgeräte in die Sommersaison. Na­türlich nicht mit Kufen, dafür aber mit Rädern ausgestattet.

Ein grösseres Rad vorne, zwei kleine hinten, ein Steuerknüppel sowie eine Trag- und Sitzkonstruktion – so simpel ist Caluoris Idee, die vorerst ab Ende Mai auf dem Männlichen im Angebot steht, aber schon bald weitere Strecken im Oberland erobern soll.Andreas Caluori ist Betriebswirtschafter und Markenentwickler.

Nach dem Aufbau einer Firma in England kam er vor zwei Jahren zurück in die Schweiz und arbeitet seither selbstständig als Vermarkter. Das Konstrukt, das Caluori «Summer Gemel» nennt, ist nicht seine eigene Idee, sondern jene des Franzosen Pierre Naveau. Dieser betreibt in Appenzell eine junge Firma namens ALPN Design. Hier hat Caluori dreissig Sommerschlitten bestellt.

«Ich will aufzeigen, dass man mit Ideen und Kreativität Dinge zum Positiven verändern kann.»

Andreas Caluori
Initiant «Summer Gemel»

Nun ist er im Berner Oberland auf der Suche nach touristischen Leistungserbringern als Partner. Die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM), die Luftseilbahn Wengen-Männlichen (LWM) und die Bergschaft Itramen haben angebissen. «Momentan arbeite ich am Detailkonzept», sagt Caluori auf Anfrage.

Die Strecke ist bereits definiert. Diese ist rund sechs Kilometer lang und führt die Bergstrasse entlang bis zur GGM-Mittelstation Holenstein. «Das gibt eine schöne, halbstündige Abfahrt», so Caluori. Die Nutzer werden am Berg neben dem Schlitten auch mit Helm, Handschuhen und Schonern ausgerüstet. Eine Fahrt von Holenstein hinunter bis ins Tal sei wegen des zu steilen Geländes nicht möglich.

Angebot startet an Auffahrt

Andreas Caluori ist der erste Unternehmer, der das Sommerschlitten-Angebot in der Schweiz kommerziell betreibt. «Ich will dem Tourismus einen neuen Impuls geben und möchte aufzeigen, dass man mit Ideen und Kreativität Dinge zum Positiven verändern kann», sagt er. Sein Ziel ist, in fünf Jahren «die fünf schönsten Schlittelwege im Berner Oberland» auch im Sommer befahrbar zu machen. Die nächste Etappe wären zwei weitere Standorte bis 2019.

Dass sein Projekt nun in Grindelwald startet, freut den Unternehmer auch deshalb, weil der Gemel hier verwurzelt ist. «Christian Bühlmann übertrug vor über hundert Jahren in Grindelwald mit seinem Velogemel das Fahrrad von der Strasse in den Schnee – und ich mache es nun mit dem Schlitten umgekehrt.»

Bei der GGM begrüsst man Caluoris Initiative. «Bestehende Infrastrukturen können genutzt werden. Und auf der asphaltierten Strasse kommen die Rodler auch nicht den Wanderern in den Weg», sagt Geschäftsführer Daniel Zihlmann auf Anfrage. «Jede touristische Bereicherung ist für uns Gold wert.» Auch im Ticketing gibt es eine ­enge Zusammenarbeit. Die Besucher können an den Talstationen Wengen und Grindelwald Grund Kombitickets mit Bahn- und Schlittenfahrt kaufen oder aber am Berg separate Tickets für die Abfahrt.

Am 25. Mai (Auffahrt) startet das Angebot auf dem Männlichen; für den Sonntag, 28. Mai, ist eine Launch-Party in Planung. «Ich investiere einen fünfstelligen Betrag und hoffe natürlich, dass das Angebot Anklang findet.» Um dem Projekt den nötigen Antriebsschub zu verleihen, ist er damit ab heute auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter präsent. Für 50, 100, 250 oder 500 Franken kann man sich als Gönner registrieren lassen.


www.summergemel.com (Berner Oberländer)

Erstellt: 07.04.2017, 06:13 Uhr

Artikel zum Thema

Männlichenbahn will Gewinn auf die hohe Kante legen

Grindelwald Die Männlichenbahn hat auch im Geschäftsjahr 2016 einen kleinen Gewinn erwirtschaftet. Die 219'000 Franken will sie auf die hohe Kante legen. Mehr...

Grindelwald darf Erstwohnungsanteil ausserhalb Bauzone festlegen

Grindelwald Ein Gemeindebürger hatte im Dezember 2010 die Einführung des Erstwohnungsanteils in der Landwirtschaftszone beanstandet. Nun ist er auch vor dem Verwaltungsgericht abgeblitzt. Mehr...

Statthalter verwarnt Gemeindepräsident

Grindelwald Mit Recht und Ordnung im Bauwesen nahm man es in Grindelwald in den letzten Jahren offenbar nicht so genau. Regierungsstatthalter Martin Künzi hat deshalb eine Untersuchung eingeleitet. Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Wellenreiter: Jonathan Gonzalez, Mitglied des spanischen Surf-Teams, übt seine Künste im Wave Garden, einem grossen Pool, der Wellen künstlich erzeugt (25. Mai 2017).
(Bild: Vincent West) Mehr...