Diemtigen

Wolf im Diemtigtal hat bereits ein Reh getötet

DiemtigenDer Labornachweis bestätigt es: Das Reh, das vor einem Monat gerissen worden ist, geht auf das Konto des Wolfs namens M74 – eines «Neulings» im Land.

Im Diemtigtal ist ein Wolf unterwegs. Dieser hat bisher eine Rehgeiss, aber keine Nutztiere gerissen (Archivbild).

Im Diemtigtal ist ein Wolf unterwegs. Dieser hat bisher eine Rehgeiss, aber keine Nutztiere gerissen (Archivbild). Bild: Peter Rothacher

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Wie am Freitag bekannt wurde, hat ein Wolf Mitte Januar auf dem Gemeindegebiet von Diemtigen eine Rehgeiss gerissen. Dies bestätigt eine Analyse der Speichelprobe im Biologielabor der Universität Lausanne. Es handelt sich um einen in der Schweiz bisher noch nicht angetroffenen Wolf, der jetzt den «Namen» M74 erhielt. Das Tier verhalte sich unauffällig und habe bisher keine Nutztiere gerissen, teilt die kantonale Volkswirtschaftsdirektion mit.

«Da Wölfe sehr grosse Distanzen zurückzulegen imstande sind und der Fund der gerissenen Rehgeiss bereits einige Zeit zurückliegt, ist es unsicher, ob sich M74 überhaupt noch im Diemtigtal aufhält», sagt der zuständige kantonale Jagdinspektor Niklaus Blatter auf telefonische Anfrage. In Blatters einjähriger Amtszeit ist dies der zweite Wolfsnachweis: Mitte Juli des letzten Jahres tötete ein Wolf unterhalb der Kaiseregg auf Boltiger Gemeindegebiet zwölf Schafe.

Seit elf Jahren zurück

Mit dem neusten Vorfall in Diemtigen wurden seit der Rückkehr des Wolfs ins Berner Oberland im März 2006 bei 42 Vorfällen insgesamt 138 Tiere Opfer des Beuteraubtiers. Zu Beginn trieb im westlichen Oberland ausnahmsweise ein männlicher Wolf sein Unwesen; in den letzten sieben Jahren hingegen ist es ein Weibchen. In mehreren Fällen konnte in dieser Zeitspanne das Geschlecht nicht einwandfrei bestätigt werden, was Raum für Spekulationen lässt, wonach im Simmental eines Tages ein Wolfsrudel zum Vorschein kommen könnte.

Am meisten Vorfälle gab es während der letzten elf Jahre in Boltigen, nämlich deren zehn. Im benachbarten Oberwil waren es deren sechs.

Europaweit geht man von rund 18'000 Wölfen aus. In die Schweizer Alpen gelangten die ersten Tiere vor 22 Jahren. Von den 40 Wolfsrudeln im südwestlichen Alpenraum leben 16 in Frankreich und 14 in Italien sowie eines in der Schweiz.

Beratung durch den zu­ständigen Wildhüter kann via Hotline angefordert werden: Tel. 0800 940 940. (Berner Oberländer)

Erstellt: 17.02.2017, 11:51 Uhr

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