Wengen

«Das Dorf putzt sich für das Wochenende besonders heraus»

WengenMit einer ungewöhnlichen Deko huldigt Philipp Gertsch dem geplanten Auftritt der Patrouille Suisse an den 87. Internationalen Lauberhornrennen. Seine Gedanken kreisen während der Renntage aber auch um seinen Vater Viktor.

Philipp Gertsch posiert mit dem Modelljet in seinem Sportgeschäft.

Philipp Gertsch posiert mit dem Modelljet in seinem Sportgeschäft. Bild: Fritz Lehmann

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Kein Lauberhornwochenende ohne die Patrouille Suisse: Der Auftritt der Kunstflugstaffel ist auch für die 87. Lauberhornrennen geplant: Sowohl am Freitag (13.1.) als auch am Samstag (14. 1.) wird ein Swiss-Flugzeug in Begleitung der Kunstflugstaffel das Lauberhorn überfliegen. Einer, der die Flieger sicher nicht verpassen wird, ist Philipp Gertsch.

In seinem Geschäft Central Sport installierte er speziell für die Weltcuprennen eine ganz besondere Deko: ein flugfähiges Modellflugzeug im Massstab 1:6, das er eigenhändig gebaut hat. «Ich habe rund 200 Stunden dafür gebraucht.» Eine Kerosinturbine mit 12 Kilogramm Schubleistung treibt das 14 Kilo schwere Modell an. «Der Jet ist rund 300 Stundenkilometer schnell.»

Neben dem Weltcupdörfli

Das grösste Modell in seiner Sammlung ist es indes nicht: Die PC-6 Felix im Massstab 1:3,75 mit knapp vier Metern Spannweite ebenfalls im Look der Patrouille Suisse, wiegt rund 26 Kilo und hing letztes Jahr ebenfalls in seinem Geschäft. Eine weitere Trouvaille des Mitglieds der Modellfluggruppe Interlaken ist ein Modell des sogenannten Papyrus Hunter, der schon auf dem Flugplatz St. Stephan flog – die Homebase des Originals.

Das Modell, das in Gertschs Geschäft gleich neben dem Weltcupdörfli hängt, ist schon bei der Installation ein Blickfang: «Gorgeous, what a wonderful plane», sagt ein englischer Gast etwa, als er den Laden betritt. «Das Dorf putzt sich für das Wochenende ganz besonders heraus», sagt Gertsch.

Sein Laden werde aber sonst «rennmässig» verschönert, aktuelle Skimodelle und andere Skisporttechnik werde in den Schaufenstern präsentiert. Viele Hotel- und Restaurantbesitzer tun es Gertsch gleich und dekorieren das Dorf.

Erinnerungen an den Vater

Die diesjährigen Rennen sind für Philipp Gertsch dieses Jahr nicht ganz unbeschwert: Sein Vater Viktor, der langjährige Präsident und zuletzt Ehrenpräsident der Internationalen Lauberhornrennen in Wengen verstarb im November im Alter von 74 Jahren.

«Obwohl er 2014 zurücktrat, stand er den Rennen bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite», erzählt sein Sohn. Die 87. Rennen seien für die Familie doch etwas bedrückend, «denn er fehlt uns sehr». Während der Rennen sei er immer unterwegs gewesen, die Familie habe sich dann jeweils etwa im Ziel getroffen «und eina gno».

Obwohl sein Vater nicht mehr da sei, werde er doch in Form von Geschichten und Anekdoten aus seiner 44-jährigen Laufbahn als «Mister Lauberhorn» rund um die Rennstrecken präsent sein. (Berner Oberländer)

Erstellt: 11.01.2017, 07:53 Uhr

30'000 Logiernächte

Die Lauberhornrennen locken laut Veranstalter nicht nur Zehntausende Besucher an (2015: 52'500), sondern auch knapp 500 Journalisten aus aller Welt. 1817 Helfer stehen im Einsatz, dazu gesellen sich Zivilschutz und Armee. Das Budget für die Rennen beträgt 6,8 Millionen Franken, das Schweizer Fern­sehen verzeichnet während der Abfahrt rund 1 Million Zuschauer. Die Wertschöpfung in der Region beträgt rund 4 Millionen Franken, mehr als 30'000 Logiernächte werden generiert. Und jeder Besucher gibt rund 300 Franken aus. (fl)

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