Unterseen

Jetzt wird doch gebaut

UnterseenAm Freitag genehmigte der Gemeindeverband Weissenau zwei Baurechtsverträge mit dem Spital Interlaken und der Stiftung Helsenberg. Damit stärkt er den Spitalstandort und rettet ein eigenes Projekt.

Die Abgeordnetenversammlung genehmigte den Baurechtsvertrag mit den Spitälern fmi einstimmig.

Die Abgeordnetenversammlung genehmigte den Baurechtsvertrag mit den Spitälern fmi einstimmig. Bild: Bruno Petroni

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Die 787'937 Franken Planungskosten für den Neubau zwischen See- und Weissenaustrasse, der für die Psychiatrischen Dienste der Spitäler fmi ag und verschiedene spitalnahe Dienstleistungen vorgesehen war, hatte der Gemeindeverband Weissenau schon fast abgeschrieben. Denn zunächst verzögerte sich die Umzonung, dann sprangen die potentiellen Mieter ab, und das Spital Interlaken prüfte einen Neubau für die Psychiatrischen Dienste auf seinem Parkplatz.

Als alternativen Parkplatz hat das Spital schon seit dem Umbau seines Notfallbereichs das Areal des Gemeindeverbandes gemietet. In dieser extensiven Nutzung sieht der Verband für das Land an bester Lage allerdings keine langfristige Lösung, wie Präsident Jürgen Ritschard an der Abgeordnetenversammlung vom Freitag erläuerterte. Weil das Spital aber auch langfristig ebenerdige Parkplätze braucht, habe es seine Pläne noch einmal überdacht und über das ursprüngliche Projekt neu mit dem Gemeindeverband verhandelt.

Kompromiss, der allen dient

Das Resultat ist ein Baurechtsvertrag, mit dem der Gemeindeverband Weissenau seine 5682 Quadratmeter grosse Parzelle dem Spital für 99 Jahre gegen eine einmalige Zahlung von 2,9 Millionen Franken abgibt. In der Summe enthalten sind 393'966 Franken für das Bauprojekt, welches das Spital mit allen Rechten und Pflichten – auch gegenüber den Planern – übernimmt.

Das erspare dem Verband Schwierigkeiten, meinte Interlakens Abgeordneter, Gemeinderat Philippe Ritschard. «Vor allem aber kann gebaut werden», sagte Präsident Jürgen Ritschard. «Und das stärkt den Spitalstandort, der sowohl für die Versorgung des östlichen Oberlands als auch als Arbeitgeber von grosser Bedeutung ist.»

Der Vertrag sei ein Kompromiss, betonte Geschäftsführer Heinz Witschi. So kann der Verband zwar mit dem Erlös aus dem Baurecht Hypotheken abzahlen. So lange aber die Zinsen tief sind, fällt der Verlust der Parkplatzmiete in der laufenden Rechnung stärker ins Gewicht. Kostenneutral ist der Unterbaurechtsvertrag für 2011 Quadratmeter Privatland im Bereich des ehemaligen Tea-Rooms «Panorama», mit denen das Areal arrondiert wird.

Verträge genehmigt

Die Abgeordnetenversammlung genehmigte den Baurechtsvertrag mit den Spitälern fmi einstimmig, ebenso wie einen weiteren Baurechtsvertrag mit der Stiftung Helsenberg. Die Stiftung mit Sitz in Schattenhalb plant auf der 3391 Quadratmeter grossen Parzelle zwischen dem Pflegeheim des Verbandes (Seniorenpark Weissenau) und der Schule für Pflegeberufe ein Übergangsheim mit betreutem Wohnen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Dafür bezahlt sie dem Verband künftig einen jährlichen Baurechtszins von 54'000 Franken, der alle fünf Jahre angepasst wird. Baubeginn ist voraussichtlich 2018 oder 2019.

Rechnung schloss positiv

Diskussionlos genehmigte die Versammlung auch die Rechnung 2016 mit 227'089 Franken Ertragsüberschuss. Dieser setzt sich zusammen aus gut 77'000 Franken Überschuss aus dem Seniorenpark Weissenau und rund 150'000 Franken Gewinn der Vermögensverwaltung, der in die Spezialfinanzierung für Unterhalt und Erneuerung der Liegenschaften eingelegt wird.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 19.05.2017, 18:18 Uhr

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