Brünig

Klares Nein zum Brünigtunnel

BrünigDas Thema Brünigtunnel ist wohl vorerst vom Tisch: Die Kosten liessen sich nicht rechtfertigen, teilt das Astra mit. Stattdessen wolle man die Kreuzung Gnoll, die Passhöhe und den Chälrütirank für rund 20 Millionen Franken sanieren.

Die Brünigpassstrasse bei der Verzweigung nach Meiringen oder nach dem Hasliberg respektive Luzern. In diesem Gebiet oder auch am Talboden in der Nähe der Aare hätte das Portal des Brünigtunnels entstehen können.

Die Brünigpassstrasse bei der Verzweigung nach Meiringen oder nach dem Hasliberg respektive Luzern. In diesem Gebiet oder auch am Talboden in der Nähe der Aare hätte das Portal des Brünigtunnels entstehen können. Bild: Susanna Michel

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Bund und Kanton sprechen sich gegen einen Brünigtunnel aus, dies geht aus einer Mitteilung des Bundesamtes für Strassen (Astra) hervor. Man habe mehrere «Varianten für die Netzfertigstellung» am Brünig untersucht, teilt das Amt mit. «Geprüft und bewertet wurden unterschiedliche Tunnel- und Ausbauvarianten.»

Die Zweckmässigkeitsuntersuchung habe sich mit Basis- und Scheiteltunnel- sowie Ausbauvarianten befasst. «Im Hinblick auf das vergleichsweise niedrige Verkehrsaufkommen und die bestehende Strassenanlage zahlen sich Tunnelbauten vorderhand nicht aus», schreibt das Astra.

Das Astra schätzt die Kosten eines Tunnels – ja nach Variante von 5,8 oder 3,8 Kilometer Länge – auf 520 respektive 400 Millionen Franken. Dies bei einer Kostengenauigkeit von plus/minus 30 Prozent. «Die Kosten sind hoch und lassen sich infolge moderaten Verkehrsaufkommens ökonomisch nicht begründen.»

Unfallstellen sanieren

Handlungsbedarf hat das Astra aber erkannt: «Da nicht alle Abschnitte den aktuellsten Normen entsprechen, wurde bei der Untersuchung besonderer Wert auf die Unfallstellen gelegt». Insgesamt sei die Unfallzahl nicht auffällig, aber die Auswertung der Verkehrsunfälle habe einige lokale Schwachstellen mit meist heterogenen Unfallursachen ergeben.

Entsprechend wolle man «lokale Unfallstellen» sanieren. «Diese sind die Kreuzung Gnoll, der Bereich der Brünigpasshöhe auf bernischem Boden und der Chälrütirank auf der Obwaldner Seite.» Das Astra zeigt sich überzeugt, dass mit baulichen und betrieblichen Massnahmen die Unfallgefahr an diesen Stellen beseitigt werden könne. «Die Kosten dieser drei Massnahmen belaufen sich insgesamt auf rund 20 Millionen Franken», schreibt das Astra. Die Sanierung der lokalen Stellen sei fahrradverträglich zu gestalten.

Möglichkeiten offen halten

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) schliesst sich dem Astra in einer Mitteilung an: Ein moderater Ausbau sei sinnvoll. «Mit diesen Massnahmen lässt sich die Verkehrssicherheit und die Verfügbarkeit der Strasse erhöhen», schreibt die BVE, betont allerdings, dass «eine spätere Realisierung des Tunnels weiterhin möglich sein müsse». Im Moment lasse sich der Bau eines ­Basistunnels aber nicht recht­fertigen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 16.02.2017, 15:41 Uhr

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