Thun/Spiez

Zu wenig Abstand gehalten – 1600 Franken Busse

Thun/SpiezKurz vor Spiez geschah es, die Polizei erwischte einen Automobilisten, der viel zu nahe zu einem vorausfahrenden Auto aufschloss. Dafür wurde er zu einer Busse und Gebühren von total 1600 Franken verurteilt.

Weil er zu bei Spiez zu nahe zum vorderen Auto aufschloss, wurde ein Lenker zu einer hohen Busse verurteilt (Symbolbild).

Weil er zu bei Spiez zu nahe zum vorderen Auto aufschloss, wurde ein Lenker zu einer hohen Busse verurteilt (Symbolbild). Bild: Fotolia

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Oktober 2015 patrouillierte die Polizei mit einem neutralen Fahrzeug auf der Strecke Thun–Spiez. Dabei beobachtete sie, wie ein Automobilist zu wenig Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhielt. Die Polizei filmte die Szene und wertete die Bilder aus. Während 14 Sekunden weit betrug der Abstand zwischen den Fahrzeugen nur 0,38 bis 0,51 Sekunden. Nach dem Strassenverkehrsgesetz ist dies eine grobe Verkehrsregelverletzung.

Der Automobilist erhielt daraufhin einen Strafbefehl zugestellt. Darin wurde er zu einer Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu 150 Franken bedingt verurteilt. Die Verbindungsbusse wurde auf 600 Franken festgelegt und die Gebühren auf 500 Franken.

Gegen diesen Strafbefehl wehrte sich der 48-jährige Autofahrer. So musste am Mittwoch der Richter entscheiden. Der angeschuldigte Fahrer bestritt die Vorwürfe nicht. Er sah einfach die Situation anders, in die er damals geraten war und die bereits schwierig war, bevor die Polizei anfing zu filmen. Er konnte deshalb den Vorwurf der groben Verletzung der Regeln nicht nachvollziehen.

Grob oder einfach?

Im Strafbefehl wurde der Mann wegen grober Verkehrsregelverletzung verurteilt. Vor Gericht plädierte sein Anwalt auf einfache Regelverletzung. Sein Mandant habe nicht rücksichtslos gehandelt und die Situation nicht herbeigeführt. Vielmehr sei er in einem dynamischen Ablauf in diese Situation hineingeraten. «Er hat die Situation beobachtet, hat sie eingeschätzt und sich dann entschieden, hinter dem Fahrzeug zu bleiben. Er ging davon aus, dass dieses bald beschleunigen würde», sagte der Anwalt.

Die beiden Fahrzeuge befanden sich auf der Autobahn auf der Überholspur und fuhren mit circa 108 km/h. Deshalb lautete der Antrag des Verteidigers auf eine Verurteilung wegen ein­facher Verkehrsregelverletzung. Dafür sollte er zu einer Busse von 500 Franken und den Verfahrenskosten verurteilt werden.

Richter bleibt dabei

Der Sachverhalt sei unbestritten, erklärte der Gerichtspräsident. Die Frage des Angeschuldigten, warum der Fahrer vor ihm nicht beschleunigte, sei berechtigt. Aber der zu kurze Abstand nach vorne wurde nicht verlängert. Er betrug nur zwischen 11,3 und 14,84 Meter auf eine Distanz von 414 Metern. Hätte der Fahrer vor ihm gebremst, so wäre es gefährlich geworden. «Es hätte ‹gklepft›», sagte der Richter.

Er qualifizierte das Verhalten des Automobilisten deshalb als bedenkenlos. Der Schuldspruch lautete deshalb auf grobe Verkehrsregelverletzung. Allerdings setzte der Richter das Strafmass von 16 auf 12 Tagessätze zu 150 Franken bedingt hinunter. Auch die Busse senkte er um 100 Franken auf 500 Franken. Dafür steigen die Gebühren von 500 auf 1600 Franken.

Wird jemand wegen grober Verkehrsregelverletzung verurteilt, so wird ihm der Fahrausweis für mindestens drei Monate entzogen, so steht es im Strassenverkehrsgesetz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2017, 19:06 Uhr

Artikel zum Thema

Zu geringer Abstand: Angeklagter ohne Chance

Thun Dass ausgerechnet er wegen zu wenig Abstand auf der Autobahn zwischen Kiesen und Rubigen eine Busse bezahlen muss, wollte ein Angeklagter nicht einsehen. Doch seine Einsprache hatte keine Chance. Mehr...

Abstand zu gering: Automobilistin erhält Geldstrafe

Thun Eine Autolenkerin akzeptierte den Strafbefehl nicht. Doch auch der Thuner Einzelrichter verurteilte sie wegen grober Verkehrsregelverletzung zu einer Geldstrafe, weil sie mit völlig ungenügendem Abstand die Spur gewechselt hatte. Mehr...

Drängeln auf der Strasse kostet viel

AUtobahnZu wenig Abstand ist auf den Strassen im Kanton Bern die häufigste Unfallursache. Deshalb: Wer ungenügend Abstand hält, bezahlt dies teuer. Das hat eine Autolenkerin auf der A6 in Münchenbuchsee zu spüren bekommen. Mehr...

Paid Post

Tierisch viele Angebote

Die Berner Publikumsmesse BEA präsentiert vom 28. April bis 7. Mai 2017 die ganze Fülle von Trends und Traditionen.

Kommentare

Blogs

Gartenblog Warten auf die Wärme
Echt jetzt? Die Tussi im Mann
Serienjunkie Die Erben von «Twin Peaks»

Service

Von Digital bis Classic

Auf allen Kanälen. Hier bestellen!

Die Welt in Bildern

Moderne trifft auf Tradition: Ein Mönch im Hof des Kumbum Klosters in Xining (China) benutzt sein Iphone (23. April 2017).
(Bild: Wang He/Getty Images) Mehr...