Die Rechnung ist ziemlich aufgegangen

Die vergangene Saison war durchzogen. Dennoch ist für die voralpinen Skilifte die Rechnung einigermassen aufgegangen. Nicht zuletzt dank gemeinsamen Marketingmassnahmen wie dem vor drei Jahren kreierten Saisonskipass Voralpen-Charme.

Die Saison im Innereriz ist vorbei. Die Skiliftmitarbeiter Roland Kropf  (Pisten- und Rettungschef, links), Alfred Eicher (Technischer Leiter, Mitte) und Mathias Eicher sind gegenwärtig mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Die Saison im Innereriz ist vorbei. Die Skiliftmitarbeiter Roland Kropf (Pisten- und Rettungschef, links), Alfred Eicher (Technischer Leiter, Mitte) und Mathias Eicher sind gegenwärtig mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Bild: Stefan Kammermann

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«Trotz dem späten Saisonstart, der erst im Januar möglich war, ziehen wir eine positive Saisonbilanz», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident der Skilift AG Innereriz. Dort ist derzeit Aufräumen angesagt. Absperrungen, Markierstangen und viel ­anderes wird vom Skiliftteam ­zurückgebaut. Rund 25 Prozent Mehrumsatz gegenüber dem Vorjahr konnte das Skigebiet zuhinterst im Zulgtal in der abgelaufenen Wintersportsaison generieren.

«Das heisst, wir können heuer unsere Ausgaben decken und werden wohl eine schwarze Null schreiben», so der Verwaltungsratspräsident weiter. Dies, obwohl das ganze Weihnachts­geschäft und zum Teil auch die Sportwochen ins Wasser fielen. Hauptgrund für die positive Bilanz seien vorab die tollen Schnee- und Wetterverhältnisse im Januar. Ein positives Thema sei zudem der Tarifverbund Voralpen-Charme. «Das ist ein sehr gutes Marketinginstrument und kein Wasserkopf», sagt Reusser. Zumal das Erizer Skigebiet dank diesem Angebot auch mehr eigene Saisonkarten verkauft hat.

Start vor drei Jahren

Insgesamt 19 kleine Skigebiete rund um den Thunersee sind mit dem Tarifverbund Voralpen-Charme zusammengeschlossen (siehe Kasten). Diesen Saison­skipass ins Leben gerufen hat der Geschäftsführer der Elsigen-Metsch-Bahnen, Dominik Hon­egger, vor drei Jahren mit dem Ziel, die lokalen, kleinen Skigebiete zu stärken. «Das Projekt hat sich in den drei Jahren besser entwickelt als erwartet», bilanziert Honegger. Es sei gelungen, mit dem ganzen Mechanismus die Wintersportler in der voralpinen Skiliftregion zu halten.

«Das Projekt hat sich in den  drei Jahren besser entwickelt  als erwartet.»

Dominik Honegger

Konkrete Zahlen will der Geschäftsführer indes nicht nennen. Mit ein Grund für die positive Bilanz seien auch die schlanken Strukturen und ein bescheidenes Jahresbudget – dies sei sowohl für die Skiliftbetreiber interessant wie auch für die Gäste. Dank den schlanken Strukturen machen 19 kleine Skigebiete mit. «Die Passbesitzer haben damit eine grosse Auswahl», betont Dominik Hon­egger.

142 neue Wintersportler

Ein weiteres der 19 Skigebiete, die im Voralpen-Charme mitmachen, sind die Skilifte in Schwanden ob Sigriswil. «Wir sind sehr positiv überrascht und konnten heuer 142 Wintersportler begrüssen, die sich mit dem Pass aus­gerüstet hatten», sagt Christian Saurer, Verwaltungsratspräsident der Skilift AG Schwanden. «Vor allem Leute, die uns neu entdecken.»

Trotz dem verpassten Weihnachtsgeschäft und dem während den Sportferien im Fe­bruar eingeschränkten Betrieb zieht er eine durchaus positive Bilanz. «Wir werden wohl knapp schwarze Zahlen schreiben», erklärt Saurer und blickt auch gleich in die Zukunft. So werde die Skilift AG demnächst neue Investitionen in den Unterhalt der Anlagen tätigen, deren Finanzierung bereits gesichert sei.

Zuerst skeptisch

Zuerst skeptisch war Rolf Linder, technischer Leiter der Skilifte am Schindelberg in Linden, als ihm vor drei Jahren der Voralpen-Charme-Pass vorgestellt wurde. «Wir sind derweil von dessen Wirkung sehr positiv überrascht und können davon profitieren», sagt er klar. Insbesondere auch deshalb, weil für die einzelnen Skiliftbetreiber keine hohen Kosten anfallen würden. Bezüglich Saisonbilanz ist Linder «grundsätzlich zufrieden». Mit 29 Betriebstagen liege diese um sechs Tage unter dem 51-jährigen Durchschnitt. Wie Schwanden will auch Linden in nächster Zeit in die Anlagen investieren. Es stehen neue Seile an.

Seit diesem Winter neu im Tarifverbund ist das Skigebiet Rossberg bei Oberwil im Simmental. «Wir konnten rund 250 Gäste zählen, die den Pass genutzt haben», erklärt Robert Schärz vom Skilift. Dank dem Verbund seien auch neue Wintersportler auf die Lifte am Rossberg aufmerksam geworden. Schärz spricht zwar von einer durchschnittlichen Saison. «Wir werden aber im grünen Bereich abschliessen», sagt er.

Sommer wird zum Thema

Auf dem eingeschlagenen Weg weiterfahren will Dominik Hon­egger. Den Perimeter für den Voralpen-Charme-Pass auf weitere Skigebiete ausbauen will er allerdings nicht. «Wir sind gross genug und wollen jetzt unter uns bleiben», betont er. Allerdings trägt er sich derzeit mit dem Gedanken, den Pass auch auf Sommerangebote, welche einzelne der 19 Beteiligten anbieten, auszubauen. Der Winterbetrieb der Elsigen-Metsch-Bahnen läuft übrigens noch bis zum 2. April. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.04.2017, 09:52 Uhr

Ein Saisonpass für 19 Skigebiete

Insgesamt 19 kleine Skigebiete rund um den Thunersee sind im Tarifverbund Voralpen-Charme zusammengeschlossen. Nebst dem Saisonskipass bieten sich auch für Besitzer von Saisonkarten der einzelnen Partnergebiete Vorteile.

Alle angeschlossenen Skigebiete gewähren auf ihren Tageskarten entweder eine charmante Zusatzleistung oder bis zu 50 Prozent Rabatt, falls ein Saisonpass eines einzelnen Verbundgebietes vorgewiesen wird.

Dem Verbund rund um den Thunersee angeschlossen sind: Aeschiallmend, Elsigen-Metsch, Eriz, Faltschen, Goldiwil, Grimmialp, Habkern, Heiligenschwendi, Heimenschwand, Hohwald Beatenberg, Homberg, Kiental, Linden, Niederhorn, Rossberg im Simmental, Schwanden ob Sigriswil, Springenboden, Wilerallmi Sigriswil und Wiriehorn.

www.voralpen-
charme.ch

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