ETH Zürich beeindruckt Van der Bellen

Der österreichische Bundespräsident war zu Gast bei Roche und der ETH. Besonders letztere hinterliess einen bleibenden Eindruck.

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Zum Abschluss seiner zweitägigen Schweiz-Visite hat der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Freitag zwei Schweizer Aushängeschilder besucht. In Basel machte er dem Pharmakonzerns Roche seine Aufwartung, in Zürich der ETH.

Bei Roche wurde Van der Bellen von einem Landsmann empfangen: Severin Schwan, seit 2008 Konzernchef des Basler Unternehmens, ist Österreicher. Der 1967 geborene Tiroler hat in Innsbruck studiert. Seit 1993 arbeitet der promovierte Jurist für Roche.

Angeführt von der Basler Polizei traf der Konvoi der Delegation aus Österreich kurz vor 10 Uhr in Basel ein. Im Bau 1 von Roche, dem mit 178 Meter höchsten Gebäude der Schweiz, sprach CEO Schwan vor den Gästen aus seiner Heimat zum Innovationsstandort aus Sicht eines globalen Unternehmens, wie von der Roche-Medienstelle zu erfahren war.

Neben Konzernchef Schwan sind 127 weitere österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Basel für Roche tätig. Weltweit sind es 560 von insgesamt mehr als 90'000 Angestellten. Von diesen arbeiten knapp 400 in Österreich.

Beeindruckt von Studienbedingungen

Nach dem Besuch von Roche reiste der österreichische Bundespräsident mit seiner Delegation nach Zürich weiter, wo er die ETH besuchte. Van der Bellen zeigte sich dabei beeindruckt von der Hochschule.

Für europäische Verhältnisse seien die Studienbedingungen in der Schweiz ungewöhnlich gut, sagte der ehemalige Grünen-Chef. «Dem versuchen wir in Österreich nachzueifern.» Er gehe davon aus, dass alle in der Schweiz Studierenden sich des Privilegs bewusst seien, an solchen Universitäten studieren zu können.

Er beurteilte seinen Besuch an der Zürcher Hochschule als «interessant und aufschlussreich». «Mein Eindruck von der ETH ist nun noch positiver – wenn das überhaupt möglich ist», sagte er und versprach, dass man sich wiedersehen werde.

«Grosse Freude und Ehre»

Zuvor erhielten Van der Bellen und die österreichische Botschafterin in der Schweiz, Ursula Plassnik, eine Präsentation über die ETH. Dabei zeigte sich der österreichische Bundespräsident sehr interessiert und stellte immer wieder Fragen.

Lino Guzzella, ETH-Präsident, erklärte, wie die Hochschule funktioniert und welche Rollen sowie Aufgaben sie hat. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf die Innovation. Guzzella freute sich über den Besuch des Gastes aus dem Nachbarland, sprach von einer «sehr grossen Freude und Ehre» und erklärte, der österreichische Bundespräsident sei jederzeit willkommen.

Danach war die Reihe an aktuellen und ehemaligen Studierenden, die aufzeigten, an was sie momentan forschen und arbeiten. Zudem war der Weg von der Idee zum erfolgreichen Spin-off ein Thema. Auch dies stiess auf grosses Interesse des Bundespräsidenten, der Erfahrungen aus Österreich in die Diskussion über Firmengründungen einbrachte.

«Vertrauensvolle» Beziehungen

Der österreichische Bundespräsident schien mit seiner Reise in die Schweiz generell zufrieden zu sein. «Ich wurde positiv und freundlich empfangen. Es war ein interessanter Besuch», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Am Donnerstag hatte Van der Bellen in Bern zusammen mit Bundespräsidentin Doris Leuthard die engen, «vertrauensvollen» Beziehungen zwischen den beiden Ländern beschworen. Für ihn war es der erste Besuch als österreichischer Präsident in einem Nachbarland. (kat/sda)

Erstellt: 17.02.2017, 19:38 Uhr

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