Seltenes in Langenthal

Beim 5:2-Heimsieg des SC Langenthal gegen Thurgau ist Jeff Campbell am Sonntag ein sehr kurioser Treffer gelungen.

Unglaublich: Langenthals Philipp Rytz und Mike Völlmin (von links) bejubeln mit Jeff Campbell dessen spezielles Tor.

Unglaublich: Langenthals Philipp Rytz und Mike Völlmin (von links) bejubeln mit Jeff Campbell dessen spezielles Tor. Bild: Marcel Bieri

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Eigentlich wollten Ken Mollard und Michael Tscherrig den SCL bestrafen. Marc Kämpf und ­Stefan Tschannen waren beide wegen eines Stockschlags nach draussen geschickt worden, sodass Hockey Thurgau 33 Sekunden in doppelter Überzahl spielen durfte.

Beim Stand von 2:1 für den SCL war dies die bestmögliche Chance auf einen Ausgleich. Auf dem Eis standen Mike Völlmin, Philipp Rytz und Jeff Campbell, die sich schon in den ersten Sekunden gegen einen Schuss von Topskorer Mike Vaskivuo wehren mussten. Mike Völlmin war es, der die Scheibe schliesslich Richtung blaue Linie spedierte, wo Jeff Campbell stand. Dieser befreite sachgemäss, nichts Besonderes eigentlich. Wer dann aber wegsah, hatte Pech.

Kevin Huber wollte den Puck nämlich rasch nach vorne spedieren, sah aber zu, wie die Scheibe wenige Meter vor ihm aufsprang, über den Stock hüpfte und in das von ihm verlassene Tor gelangte. Ganz bitter für den ­Ersatzkeeper der Thurgauer, der nach dieser Szene sogleich durch Sacha Rochow ausgewechselt wurde. Mit ihm tauschen hätte in diesem Moment wohl niemand wollen.

Campbell mit Hattrick

Es lag aber nicht nur an diesem einen Treffer, dass es nicht der Abend von Kevin Huber war. Der Goalie war bereits an den vor­angegangenen SCL-Toren nicht unbeteiligt. Beim 1:0 – erzielt mit einem Handgelenkschuss aus dem Bullykreis in Überzahl von Jeffrey Füglister – schien der Abschluss eher harmlos, auch wenn der Puck via Pfosten den Weg ins Tor fand.

Beim 2:1 – erzielt von Jeff Campbell – war Huber bei einem Angriff über die rechte Seite zu weit aus dem Tor geeilt, ­sodass der SCL-Ausländer auf der anderen Seite nach einem Abpraller das leere Tor vor sich hatte und die Scheibe gekonnt und ­ohne zu zögern versenkte.

Langenthal führte damit nach 20 Minuten 3:1, hatte aber auch ein bisschen Glück. Hockey Thurgau hatte beispielsweise in der fünften Minute durch Eric Arnold eine Grosschance ausgelassen, wobei der Ex-SCL-Stürmer nach einem Abpraller aus nächster Nähe weit über das Tor schoss. Engler hatte in der 8. Minute sogar noch einen Lattenschuss zu beklagen.

Fast alles im Griff

Entscheidend war damit ausgerechnet das kuriose 3:1. Für den Hattrickschützen Jeff Campbell war klar: «Das hatte auch mit Glück zu tun.» Und: «Für sie war es aber ­ernüchternd, danach wurde das Spiel etwas einfacher.»

Langenthal war weiterhin besser und zeigte das dann auch im zweiten Drittel abermals. Just nach dem Ende einer Überzahlsituation erhöhte Campbell mit seinem dritten Tor auf 4:1. Bei weiteren Chancen – unter anderem in Überzahl – hätten sie sogar schon im zweiten Abschnitt weiter davonziehen können.

Dies gelang dann für kurze Zeit im Schlussabschnitt, als Nico Dünner nach einem Abpraller mit einem Powerplaytor das 5:1 erzielte. Nur 14 Sekunden später zeigte Hockey Thurgau doch noch ein Lebenszeichen, als sich Tim Wieser durchdribbelte und mit einem Schuss aus spitzem Winkel auf 2:5 verkürzte. Mehr als Resultatkosmetik war das aber nicht.

«Wir haben sicherlich nicht unser bestes Spiel gezeigt», bilanzierte Campbell zum Schluss. In Erinnerung bleiben wird es dennoch: wegen des kuriosen Tores des Kanadiers. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.12.2016, 06:24 Uhr

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