Wendy Holdener erneut auf dem Podest

Die Schwyzerin wurde gemeinsam mit der Amerikanerin Mikaela Shiffrin hinter der Schwedin Frida Hansdotter und der Norwegerin Nina Loeseth Dritte.

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Es wird immer besser für Wendy Holdener in den Vergleichen mit Mikaela Shiffrin. In Maribor hatte sie sich der Amerikanerin um lediglich 19 Hundertstel geschlagen geben müssen, gut 56 Stunden später stand sie mit der Dominatorin der Szene auf einer Stufe. Nicht auf der obersten zwar, aber immerhin. Im siebenten Slalom des Winters resultierte der sechste Podestplatz. Mikaela Shiffrin hatte ihre Chance auf einen weiteren Sieg schon im ersten Lauf vergeben, in dem sie sich einen Rückstand von 1,38 Sekunden auf die Bestzeit von Frida Hansdotter eingehandelt hatte.

Zäsur im ersten Lauf

Die Schwedin hatte im ersten Lauf für eine deutliche Zäsur gesorgt. Wendy Holdener als Zweitschnellste war schon fast eine Sekunde zurückgelegen. Im Finale schmolz der Vorsprung der Skandinavierin zusammen, doch das Polster reichte trotzdem zum Sieg. Frida Hansdotters Exploit zahlte sich im Wortsinn aus. Sie durfte ein Rekordpreisgeld von 77'265 Franken entgegennehmen.

Zweitbeste Schweizerin war Mélanie Meillard. Die 18-jährige Walliserin belegte trotz zwei nicht fehlerfreien Fahrten Platz 13 und schaffte damit zum vierten Mal in einem Weltcup-Slalom eine Klassierung in den ersten 15. Michelle Gisin, die wie ihre junge Kollegin in den letzten zwei Slaloms ausgeschieden war, vermochte sich mit Rang 17 nicht wunschgemäss zu rehabilitieren. Weltcup-Punkte gab es auch für Denise Feierabend, die Rang 21 einnahm.

Zwei Schweizerinnen ausgeschieden

Lara Gut, die im Hinblick auf die Kombination vom Sonntag in Zauchensee wie schon in Maribor angetreten war, schied wie die Sarganserländerin Rahel Kopp aus. Für die Tessinerin folgt nach dem letzten Slalom vor den Weltmeisterschaften eine mitentscheidende Phase im Kampf um die grosse Kristallkugel. Die kommenden drei Wochenenden sind geprägt durch die Speed-Disziplinen. In Zauchensee, Garmisch und Cortina stehen insgesamt drei Abfahrten und zwei Super-G im Programm. Fünf Gelegenheiten für Lara Gut, auf das Handicap von aktuell 365 Punkten im Vergleich mit der führenden Mikaela Shiffrin eine Reaktion zu zeigen.

Charlotte Chable vermochte sich auch bei ihrem fünften Weltcup-Einsatz nicht für das Finale zu qualifizieren. Die Walliserin, nach einer Anfang Oktober erlittenen Kompressionsfraktur am linken Sprungbein verspätet in die Saison gestartet, kämpft bisher erfolglos um den Wiederanschluss an die erweiterte Spitze. Die ausbleibenden Ergebnisse liessen sie in der Startliste ganz nach hinten abrutschen. Am Dienstagabend trat sie zum ersten Durchgang mit der Nummer 70 an.

Geduld zahlt sich aus

Frida Hansdotter hatte (noch) nicht zu den Sieganwärterinnen gehört. Zu verhalten war sie in die WM-Saison gestartet. An dieser Einschätzung änderte auch der 3. Rang in Maribor nichts. Für die Schwedin selber aber war dieser erste Podiumsplatz des Winters untrügliches Zeichen dafür, dass die Baisse überwunden ist. Erneut hatte sich ihre Geduld ausbezahlt. In Ruhe tat die Tochter von Hans Johansson, der in den Siebziger- und Achtzigerjahren mit bescheidenem Erfolg ebenfalls Skirennfahrer war, Schritt für Schritt zurück in die Spitzenpositionen, zurück in ihre sportliche Normalität.

Geduld hat Frida Hansdotter, eine Cousine zweiten Grades von Prinz Daniel, dem Ehemann der schwedischen Kronprinzessin Victoria, in ihrer Karriere seit jeher aufbringen müssen. Fast 29 Jahre alt und achtmal Zweite musste sie werden, um in einem Weltcup-Rennen zum ersten Mal ganz oben anzukommen. Und auch nach jenem Erfolg Anfang Februar 2014 in Kranjska Gora wurde sie nicht zur Seriensiegerin. Ihre ersten Plätze, nunmehr vier an der Zahl, fuhr sie praktisch im Jahresrhythmus ein. Dass sie nun in Flachau triumphierte, kommt nur bedingt überraschend. In der Heimat von Hermann Maier hatte sie schon vor zwei Jahren den Slalom gewonnen, in der Salzburger Station weist sie mittlerweile Werte wie in keinem anderen Ort aus. Neben den zwei Siegen war sie in Flachau auch schon dreimal Zweite und einmal Dritte geworden.

Das Schlussklassement:
1. Frida Hansdotter (SWE) 1:51,40.
2. Nina Loeseth (NOR) 0,58 zurück.
3. Wendy Holdener (SUI) und Mikaela Shiffrin (USA) 0,78.
5. Veronika Velez Zuzulova (SVK) 1,79.
6. Katharina Truppe (AUT) 2,02.
7. Bernadette Schild (AUT) 2,27.
8. Christina Geiger (GER) 2,66.
Ferner: 13. Mélanie Meillard (SUI) 3,01. 17. Michelle Gisin (SUI) 3,51. 21. Denise Feierabend (SUI) 3,80.

(lif/sda)

Erstellt: 10.01.2017, 17:34 Uhr

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