Wendy Holdener rückt näher

Wendy Holdener kam Mikaela Shiffrin im Weltcupslalom in Maribor zeitlich so nahe wie noch nie. Die Schwyzerin wurde mit 19 Hundertsteln Rückstand auf die Amerikanerin Zweite.

Nummer 2: Wendy Holdener bestätigt ihre Klasse im Slalom.

Nummer 2: Wendy Holdener bestätigt ihre Klasse im Slalom. Bild: Keystone

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Es ist nicht das Talent allein, das die Allerbesten vom Rest unterscheidet. Sie haben auch aus­geprägter die Fähigkeit, auf ein enttäuschendes Ergebnis zu reagieren und umgehend wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Diesbezüglich steht Wendy Holdener Mikaela Shiffrin in nichts nach. Beide waren sie am ver­gangenen Dienstag in Zagreb gescheitert – und beide standen sie in Maribor nach dem sechsten Slalom des Winters zum fünften Mal gemeinsam auf dem Podium.

Den Ausfall am Hausberg von Kroatiens Hauptstadt fünf Tage zuvor hatte Mikaela Shiffrin nicht allzu tragisch genommen. «Das gehört im Slalom dazu. Ohne Risiko geht es nicht.» Die Lehren daraus will sie gezogen haben. «Ich habe meinen Fokus neu ausgerichtet und mir überlegt, was es braucht, um nicht auszuscheiden, ohne dabei die Handbremse zu sehr anzuziehen.» Mikaela Shiffrin hat die Lektion offenbar verstanden. Sieg Nummer 27 im Weltcup ist der Beweis dafür.

Weniger als eine Sekunde

Zwischen 67 Hundertsteln und 1,54 Sekunden hatte Wendy Holdeners Rückstand in den ersten vier Slaloms des WM-Winters auf Mikaela Shiffrins Siegerzeiten betragen, nun war die Zäsur so gering wie noch nie. «Ich hatte die Chance, sie heute zu schlagen», resümierte die nach wie vor kränkelnde Schwyzerin mit heiserer Stimme. «Es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung.»

Die Hoffnung auf den ersten Slalomsieg einer Schweizerin im Weltcup seit fast fünfzehn Jahren und dem Erfolg der Berner Oberländerin Marlies Oester in Berchtesgaden im Januar 2002 erhielt nach dem ersten Durchgang in Maribor zusätzliche Nahrung. Holdeners Rückstand auf Shiffrin hatte lediglich 17 Hundertstel betragen.

Im Finale ging es noch knapper zu und her. Bei der letzten Zwischenzeitmessung hatte die Amerikanerin noch 9 Hundertstel zurückgelegen, bevor sie das Blatt im Schlussteil ein weiteres Mal zu ihren Gunsten wendete.

Die Schrecksekunde

Es fehlte nicht viel, und aus dem siebten Sieg in dieser Saison wäre für Shiffrin in Maribor nichts geworden. Nur mit viel Glück konnte sie das Ausscheiden im zweiten Lauf verhindern, nachdem ihr eine ausgerissene Torstange in die Quere gekommen war. Die Schrecksekunde schilderte sie mit der ihr eigenen Ruhe. «Das hat mich kurz abgelenkt. Aber ich denke nicht, dass mich der Zwischenfall viel Zeit gekostet hat.»

Holdener schien als einzige Schweizerin in der Rangliste auf. Michelle Gisin musste den zweiten Ausfall in Folge hinnehmen. Die Engelbergerin, die mit Rang 23 schon im ersten Lauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, scheiterte im zweiten Durchgang wie Mélanie Meillard, die dritte Schweizer Finalistin.

Die 18-jährige Walliserin hatte nach halbem Pensum Platz 13 eingenommen. Lara Gut, die ihren zweiten Slalom in diesem Winter bestritt, verpasste die Qualifikation fürs Finale ebenso wie Denise Feierabend, Charlotte Chable und Rahel Kopp.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 09.01.2017, 07:02 Uhr

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