Skywork-Chef Inäbnit peilt 200'000 Passagiere an

Vorab mit grösseren Flugzeugen will Skywork-Chef Martin Inäbnit für Wachstum sorgen. Weil Bern «zu klein zum Leben und zu gross zum Sterben» sei, schielt er aber auch nach Basel.

Martin Inäbnit: «So funktioniert es einfach nicht.»

Martin Inäbnit: «So funktioniert es einfach nicht.» Bild: zvg

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Am 29. Oktober schloss der Tower am Flughafen Bern-Belp seine Tore. Wegen Personalmangels, so erzählte es am Donnerstag Skywork-Chef Martin Inäbnit, habe die Flugsicherung Skyguide ihren Betrieb am Nachmittag eingestellt. Die Konsequenz: Eine ­Skywork-Maschine aus Mallorca musste in Basel landen. «So funktioniert es einfach nicht», sagte Inäbnit.

Der Skywork-Chef hielt am Donnerstagabend im Belper Airport-Hotel einen Vortrag zur Zukunft der Berner Airline. Die Tower-Episode war ein Beispiel für die Grenzen und Risiken, die der Skywork im Belpmoos gesetzt würden, so Inäbnit. Dabei will er der Firma jetzt einen Wachstumsschub verpassen. Um diesen vor allem ging es am Donnerstag vor den rund fünfzig Zuhörern, unter ihnen Aviatikinteressierte, Gemeindevertreter und Politiker.

Vorsichtiger Ausbau geplant

Bis in einigen Jahren möchte Inäbnit in Belp 200 000 Passagiere befördern und in eine ähnliche Liga vorstossen wie im Boomjahr 2012 unter Tomislav Lang. «Wir wollen aber keine Explosion wie einst, sondern einen vorsichtigen Ausbau.» Dafür müsse auch zusätzliches Personal angestellt werden. Heute beschäftigt Skywork hundert Personen. Zudem setzt Inäbnit auf neue Kunden aus der Romandie.

Eine neue Flotte soll die Steigerung möglich machen. Zwei von fünf dreissigplätzigen Dornier 328 wurden bereits durch die fünfzigplätzigen Saab 2000 ersetzt. Im nächsten Jahr sollen nochmals zwei Saab dazukommen, später ein fünftes Flugzeug. Damit könne die Kapazität um 65 Prozent erhöht werden. Veränderungen im Flugplan werde es für nächsten Sommer aber nicht geben.

Klar ist allerdings, dass Skywork ihre Präsenz in Basel erhöhen will. Denn, so sagte Inäbnit, Bern sei zu klein zum Leben und zu gross zum Sterben. «Wir stossen an Grenzen.» Noch äusserte er sich nicht näher zu den Plänen. Aber schon heute macht Skywork auf den Strecken nach Sylt, Usedom, Jersey und London Zwischenstopps in Basel.

Neu ist auch, dass Skywork eine Zusammenarbeit mit der französisch-holländischen Gesellschaft Air France-KLM eingeht. Damit wird Bern via Amsterdam in deren Netzwerk integriert. So seien etwa gute Verbindungen nach Skandinavien, England und Schottland möglich, aber auch nach Nordamerika. Eine Reise nach Stockholm zum Beispiel dauere so noch vier Stunden, sagte Inäbnit.

«Hafenkäse» Südanflug

Es war ein selbstbewusster Auftritt des Skywork-Chefs, der trotz Erkältung mit fester Stimme manche Umstände im Belpmoos beklagte – von Kritik wollte er allerdings nichts wissen. «Wir haben ein Hangarproblem», sagte er, weswegen die Saab-Maschinen womöglich in Basel gewartet werden müssten.

Der geplante Südanflug helfe Skywork «einen Hafenkäse», und auch mit der vierten Ausbauetappe kann er wenig anfangen. «Wieso bauen wir nicht ein anständiges Terminal?», fragte er und legte sogleich einen Plan seiner «Vision» vor. Samt neuer Pistenausrichtung.

Inäbnits einstündige Erklärung kam nicht bei allen Zuhörern gut an. Mathias Gantenbein aber, der Direktor des Flughafens Bern-Belp, freute sich über das Bekenntnis zu Bern. «Mehr Passagiere ohne mehr Bewegungen, das ist eine gute Nachricht für uns», sagte er. Es sei aber auch klar, dass es operationelle Herausforderungen gebe, «denen wir uns stellen müssen».

(Berner Zeitung)

Erstellt: 01.12.2016, 21:54 Uhr

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