Wie aus Elfenbein ein «Schokoriegel» wird

25'000 bis 30'000 getötete Tiere pro Jahr: Der Afrikanische Elefant könnte aussterben. Schuld daran ist der Mensch – durch immer perfidere Methoden.

Majestätisch: Ein Elefant watet durch einen Sumpf im Amboseli Nationalpark in Kenia (26. Januar 2015)

Majestätisch: Ein Elefant watet durch einen Sumpf im Amboseli Nationalpark in Kenia (26. Januar 2015) Bild: Reuters/Goran Tomasevic

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Dramatischer Rückgang der Elefantenpopulation in Afrika: Experten fordern drastische Massnahmen gegen die Wilderei. Andernfalls drohe der afrikanische Elefant in einem, spätestens zwei Jahrzehnten auszusterben, warnte die Forscherin Dune Ives von der Nichtregierungsorganisation Vulcan beim zweiten «Elefantengipfel» in Botswana.

Die Teilnehmer der Konferenz sehen vor allem China in der Pflicht, den illegalen Handel mit Elfenbein zu bekämpfen. Dabei werden die Schmuggelmethoden immer perfider. Kriminelle versuchen, Elfenbein als Schockladenriegel zu tarnen, wie dieser Tweet von der Konferenz zeigt:

Vertreter von rund 20 Organisationen und etwa ebenso vielen Regierungen berieten in der Stadt Kasane über Massnahmen für den Schutz der afrikanischen Dickhäuter, die wegen ihrer begehrten Stosszähne getötet werden. «In fünf Jahren wird es vielleicht zu spät sein, dieses wunderbare Tier zu retten», sagte Ives. Wenn die Entwicklung nicht gestoppt werde, drohe der afrikanische Elefant «in ein bis zwei Jahrzehnten» auszusterben.

Auf dem afrikanischen Kontinent lebten im Jahr 2013 noch 470'000 Elefanten in freier Wildbahn, wie es bei der Konferenz in Kasane hiess. Im Jahr 2006 waren es noch 550'000 Tiere gewesen. Mit etwa 25'000 bis 30'000 getöteten Elefanten pro Jahr übersteigt die Todeszahl die Zahl der neu geborenen Elefanten in Afrika. Alleine im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo wurden binnen zwei Wochen 30 Elefanten getötet, wie die Verantwortlichen bekanntgaben.

Ein Exempel statuieren: In Äthiopien wird beschlagnahmtes Elfenbein verbrannt. (Foto: Reuters; 21. März 2015)

Der Vertreter des Umweltministeriums von Botswana, Elias Magosi, sagte, das illegale Abschlachten sei ein Geschäft krimineller Banden, die von sozialen Missständen und schwachen Regierungen profitierten. Besonders bedroht sind die Dickhäuter in Tansania und Kenia. Laut der Organisation Traffic, die sich für vom Aussterben bedrohte Tiere einsetzt, wird der Grossteil des erbeuteten Elfenbeins von den Häfen und Flughäfen der beiden ostafrikanischen Länder aus exportiert.

Meist wird das «weisse Gold» dann über Malaysia, Vietnam, die Philippinen oder Hongkong weiter in das Hauptzielland China oder nach Thailand befördert, wo es zu Schmuck und Kunstwerken verarbeitet wird. Für die Herstellung von 250'000 Elfenbeinarmbändern sind laut Traffic elf Tonnen Elfenbein nötig, das entspricht den Stosszähnen von 110 Elefanten.

Endprodukt: Ein Fahnder in Thailand vermisst Buddha-Figuren aus Elfenbein. (Foto: Reuters; 20. März 2015)

Das Schicksal des afrikanischen Elefanten liege in der Hand Chinas, sagte Botswanas Umwelt- und Tourismusminister Tshekedi Khama. Das Land sei der wichtigste Umschlagplatz für das illegal erbeutete Elfenbein. Die chinesische Delegation wehrte sich gegen die Vorwürfe. Ein Vertreter Pekings sagte bei den Beratungen hinter verschlossenen Türen, China müsse als Verbündeter im Kampf gegen die Wilderei betrachtet werden. Sein Land unterstütze afrikanische Länder in diesem Bereich finanziell und gehe mit härteren Gesetzen gegen den Elfenbeinhandel vor.

(spu/AFP)

Erstellt: 23.03.2015, 22:04 Uhr

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