Sieben Jahre unbedingt für Berisha-Gegner

Das Winterthurer Bezirksgericht hat einen Albaner, der sich 2012 mit dem ältesten Bruder des «Parkplatzmörders» Berisha eine Schiesserei lieferte, zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Streit um einen Drogendeal: Vor der Champion-Bar in Winterthur kam es 2012 zu einer wilden Schiesserei. (Foto: PD)

Streit um einen Drogendeal: Vor der Champion-Bar in Winterthur kam es 2012 zu einer wilden Schiesserei. (Foto: PD)

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Das Winterthurer Bezirksgericht hat einen Albaner zu sieben Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Der heute 48-Jährige hatte sich 2012 mit dem ältesten Bruder von «Parkplatzmörder» Bashkim Berisha eine Schiesserei geliefert.

Der Berisha-Bruder war damals Geschäftsführer der Champion-Bar in Töss. Zuvor hatten die beiden laut Anklageschrift eine Auseinandersetzung in dem Lokal, bei der es um ein Heroingeschäft ging.

Die Schiesserei ging verhältnismässig glimpflich aus. Nur der Barbetreiber wurde am Oberarm verletzt. Sein bei der Schiesserei anwesender Sohn im Teenageralter und der Angeklagte blieben unverletzt.

Keine Notwehr

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und illegalem Waffenbesitz eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren und eine Geldstrafe von 5400 Franken gefordert.

Der 48-Jährige bestritt mehrere Punkte der Anklage und machte unter anderem Notwehr geltend. Von Notwehr wollte das Gericht jedoch nichts wissen. Bei der Schiesserei hätten beide gezielt geschossen, befand es.

Für die Verletzung am Oberarm muss der Mann in die Tasche greifen: 2000 Franken plus Zinsen hat er an Berisha zu überweisen. Dem unverletzten Sohn muss er jedoch nichts zahlen, befanden die Richter.

Obergericht bestätigte Strafe

Auch sein Kontrahent, der 46-jährige Bruder von Bashkim Berisha, stand bereits in derselben Sache vor Gericht. Das Zürcher Obergericht bestätigte im Juni die Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und verhängte eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren.

Auch er hatte eine «Notwehrlage» geltend gemacht. Die Oberrichter schenkten Berishas Version jedoch keinen Glauben, obwohl dieser bei der Schiesserei am Arm verletzt wurde.

Kontrahent soll ausgeschafft werden

Achteinhalb Jahre muss der Kosovare allerdings nicht mehr absitzen. Er ist bereits seit über dreieinhalb Jahren hinter Gittern. Hat er seine Strafe abgesessen, wird er voraussichtlich in seine Heimat ausgeschafft.

Dort wohnen bereits seine vier Brüder, die alle ebenfalls mit der Justiz in Konflikt kamen und deswegen nicht mehr in der Schweiz leben dürfen. Der bekannteste von ihnen ist Bashkim, der 2005 in Dübendorf im Streit um einen Parkplatz einen Mazedonier erschossen hatte. Landesweit bekannt wurde der ehemalige Thaibox-Weltmeister deshalb als «Parkplatzmörder». (nag/sda)

Erstellt: 27.10.2016, 20:00 Uhr

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