Leidenschaft, Intrigen und Sonstiges

Jegenstorf

Neues Stück, neuer Mord: In der Remise-Bühni von Jegenstorf wird wieder Theater gespielt. Dieses Jahr sorgt der Schluss der Kriminalkomödie jeweils für eine Überraschung.

<b>Wer ist der Mörder?</b> In der neuen Theaterproduktion der Remise-Bühne ist jeden Abend eine andere Figur der oder die Schuldige.

Wer ist der Mörder? In der neuen Theaterproduktion der Remise-Bühne ist jeden Abend eine andere Figur der oder die Schuldige.

(Bild: zvg)

«Es kann jeder gewesen sein» lautet der Titel der diesjährigen Produktion des Theatervereins in der Remise-Bühni. Das Stück ist aus der Feder von Alan Ayckbourn.

Der in London geborene Autor und Regisseur liebt es, menschliche Schwächen und zwischenmenschliche Konflikte ins Scheinwerferlicht zu bringen. Dabei setzt er auf die Aussage des Dramatikers Gotthold Ephraim Lessing: «Die Menschen sind nicht immer, was sie scheinen, aber selten etwas Besseres.»

Bühnenerprobt

Mit «Es kann jeder gewesen sein» begeben sich die Laiendarsteller des Theaters erneut in den ­Bereich der Kriminalkomödie. Unter der Regie von Marcel Reber – er hat den Text auch in die Dialektfassung gepackt – geben sie sich ganz Intrigen und Mutmassungen hin.

Wer ist der Mörder von Maurice Schenk? So lautet die zentrale Frage. Hat Maurice Schenk, gespielt von Roland Graf, seine Macht dermassen ausgenutzt, dass die unter seiner Bösartigkeit leidenden Verwandten ihn gemeinsam erschlagen haben? Oder ist es Wilma Wismer, seine ehemalige Klavierschülerin, meisterhaft gespielt von Eveline Schlapbach?

Eine schlüssige Antwort liefern weder der Autor noch der Regisseur. Bei jeder Aufführung ist wieder eine andere Figur der Mörder oder die Mörderin. Einfach ist dieses Setting für die Schauspieler nicht. Doch mit Roland Graf, Lukas Linsi, Marianne Hiltbrunner, Saskia Schlapbach, Beda Affolter und Eveline Schlapbach treten zum grossen Teil versierte und bühnenerprobte Laiendarsteller auf.

Es ist Marianne Hiltbrunner in der Rolle von Jacqueline Peter, welche der Inszenierung einen ganz besonderen Stempel aufdrückt. Mimik und Gestik bilden bei ihr in hohem Masse eine Einheit, und man muss sie in der Figur der umtriebigen Schwester von Maurice einfach mögen.

Eine so geballte Energie von Vertuschungswillen, Neugierde, gepaart mit Bestreben auf finanzielle Vorteile ist allzu menschlich und spiegelt den Zuschauern die heutige Gesellschaft.

Zeitintensiv

Die pure Lust auf schwarzen Humor und die Leidenschaft der Schauspielerei treibt die Darsteller an. Geld erhält nur der Regisseur, der Rest der Equipe wird sich mit dem Applaus des Publikums zufriedengeben.

Wer vom Virus des Theaterspielens erfasst wird, der probt während Monaten zwei bis dreimal wöchentlich, opfert verschiedene freie Wochenende und begibt sich oft direkt von der Arbeit in die Probe. Heute Mittwoch Abend wird bei der Premiere der Applaus als Gradmesser für die Leistung dienen. Danach hoffen die Schauspielleute auf ausverkaufte Vorstellungsdaten.

Infos und Termine: www.remise.ch

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