«Was man tun kann, soll man machen»

Schüpbach

Fast 2 Millionen Franken investiert die WK-Paletten AG in Schüpbach in ihre neue Fotovoltaikanlage auf den Dächern ihrer Produktionshallen. Die Anlage, die bald in Betrieb gehen soll, ist die grösste im Emmental.

Platte für Platte wird auf den Dächern der WK-Paletten AG in Schüpbach montiert. Mitte Dezember geht die Fotovoltaikanlage ans Netz.

Platte für Platte wird auf den Dächern der WK-Paletten AG in Schüpbach montiert. Mitte Dezember geht die Fotovoltaikanlage ans Netz.

(Bild: Thomas Peter)

Im August dieses Jahres gingen die Bauarbeiten los. In rund einem Monat sollen sie beendet sein. Nicht weniger als 6600 Quadratmeter werden dann mit Solarpanels gedeckt sein. Auf den Dächern der zwei grossen Produktionshallen der WK-Paletten AG in Schüpbach entsteht derzeit die grösste Fotovoltaikanlage des Emmentals. Mit Abschluss der Arbeiten soll die Anlage Mitte Dezember ans Netz angeschlossen werden. Die Solarmodule werden pro Jahr voraussichtlich 970'000 Kilowattstunden Strom liefern. Diese Menge entspricht dem Verbrauch von 300 Haushalten. Die WK-Paletten AG wird damit drei Viertel ihres jährlichen Strombedarfs von 1,3 Millionen Kilowattstunden abdecken können. Rund 1,8 Millionen Franken investiert die WK-Paletten AG in die Anlage. Gestützt auf die kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes wird sich die Anlage laut Thomas Lanz, dem Geschäftsführer der WK-Paletten AG, in zehn bis elf Jahren amortisieren. Es sind jedoch nicht finanzielle Erwägungen, die für das Unternehmen im Vordergrund standen.

Umweltargumente im Vordergrund

Vielmehr sind es Überlegungen zu Umweltschutz und Klimaveränderung, welche die WK-Paletten AG zum Bau des Solarkraftwerkes bewogen haben. «Es gilt den kommenden Generationen eine möglichst intakte Umwelt zu hinterlassen», meint Thomas Lanz, und fügt hinzu: «Was man tun kann, soll man machen!» Damit deutet er auch an, was für ihn und das Unternehmen ebenso wichtig ist wie die Gewinnung von umweltfreundlicher Energie: das Stromsparen. Neben der Ersetzung von 100 alten 400-Watt-Birnen durch moderne LED-Lampen investiert die WK-Paletten AG auch in moderne Maschinen.

«Rebound-Effekt» birgt Gefahr

«Mit modernen Anlagen kann der Energieaufwand pro produziertem Fertigungsstück gesenkt werden, gleichzeitig können aber auch pro Stunde mehr Teile hergestellt werden», erklärt Lanz im Gespräch. Was der Geschäftsführer damit indirekt anklingen lässt, wird oft als sogenannter «Rebound-Effekt» bezeichnet: Ein modernes Einkaufszentrum kann beispielsweise pro Quadratmeter Einkaufsfläche zwar Energie sparen, macht aber durch eine vergrösserte Gesamtfläche den Sparnutzen gleich wieder zunichte. Oder der geringere Benzinverbrauch eines neuen Autos verführt dazu, dass mehr Kilometer gefahren werden als früher. Insofern betrifft der Spruch «Was man tun kann, soll man machen!» auch die Eigenverantwortung jedes einzelnen Verbrauchers und jeder einzelnen Verbraucherin.

Im Weiteren zeigt sich Lanz zufrieden, dass mit der GLB eine Firma aus der Region für die Erstellung der gesamten Anlage berücksichtigt werden konnte. Nicht nur bleibt so das Geld in der Gegend, auch die verkürzten Anfahrtswege können als Beitrag zum Umweltschutz gesehen werden.

Berner Zeitung

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