Crédit Suisse schliesst Filiale in Interlaken

Interlaken

Die Crédit Suisse (CS) betreibt die älteste Niederlassung einer Grossbank auf dem Bödeli. Im Sommer wird die CS-Filiale geschlossen. Stark abnehmende Schaltertransaktionen sind einer der Gründe für das Aus.

Blick auf die Credit-Suisse-Niederlassung?im ehemaligen Postgebäude von Interlaken. Nach 62 Jahren gibt die Grossbank diesen Standort auf.

Blick auf die Credit-Suisse-Niederlassung?im ehemaligen Postgebäude von Interlaken. Nach 62 Jahren gibt die Grossbank diesen Standort auf.

(Bild: Hans Urfer)

«Die CS schliesst ihre Geschäftsstelle in Interlaken per 29. Juli»: Mit dieser Aussage bestätigte gestern Tobias Plangg, Mediensprecher der Crédit Suisse, Recherchen dieser Zeitung, wonach das Geldinstitut seine Türen am Höheweg 3 in Interlaken noch in diesem Sommer schliessen wird. Kundinnen und Kunden würden ab dem 2. August in der Thuner Niederlassung beraten, gab Plangg weiter zu Protokoll.

Durch diese Verlagerung der Kundenbetreuung könne die Bank den gestiegenen Erwartungen der Kunden sowie den eigenen hohen Standards in Zukunft besser entsprechen, so der CS-Mediensprecher weiter. In Thun erbringe die Bank zudem sämtliche Bankgeschäfte für Privat- und Firmenkunden.Als Gründe für die Geschäftsaufgabe am Höheweg gibt Plangg «fortschreitende Digitalisierung, stark abnehmende Schaltertransaktionen und generell veränderte Kundenbedürfnisse» an.

Und die Angestellten?

«In der Geschäftsstelle Interlaken sind fünf Mitarbeitende tätig, die allesamt in anderen Geschäftsstellen unserer Bank weiterbeschäftigt werden», antwortet Mediensprecher Tobias Plangg auf die Frage nach etwaigen Entlassungen. Keine Änderungen haben die einzigen Mieter im Gebäude, die Immobilienmakler der Firma Remax, zu erwarten.

In Postgebäude gezogen

Mit der Aufhebung des Standortes in Interlaken geht die 76 Jahre alte Geschichte der Crédit Suisse (vormals Schweizerische Kreditanstalt SKA) auf dem Bödeli zu Ende. Am 1. April 1940 hatte die SKA mit drei Angestellten ihre Agentur Interlaken im Savoy eröffnet, wie Rudolf Gallatis Buch «Aarmühle Interlaken 1838–1988 – eine Ortsgeschichte» zu entnehmen ist. Die SKA sei die älteste Niederlassung einer Grossbank auf dem Platze Interlaken, hält Gallati im 1991 erschienenen Buch fest.

Weil das Savoy keine erstklassige Geschäftslage dargestellt habe, sei die Bank ins Zentrum gezogen, wo sie 1953 von der Schweizerischen Post deren altes Gebäude kaufte, dieses zur Bank umbauen liess und im Juni 1954 als SKA-Filiale eröffnete.

Aussenhülle erhalten

Ein umfassender Umbau sei zwischen 1973 und 1976 erfolgt. In der neueren Zeit hatte die Schweizer Grossbank, inzwischen von der SKA zur CS (Crédit Suisse) geworden, in Interlaken im Dezember 2006 einen vier Monate dauernden Umbau realisiert.

Dabei wurden die Schalterhalle vergrössert sowie zwei moderne Besprechungszimmer eingerichtet. Erhalten geblieben ist bis heute die Aussenhülle des denkmalgeschützten Gebäudes am Höheweg 3 im Zentrum von Interlaken, und auch im Innern des Bankgebäudes sind noch klare Strukturen aus vergangenen Zeiten erkennbar.

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