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Marathonläuferin Martina StrählAlles ist auf Olympia ausgerichtet

Martina Strähl darf sicher an der Halbmarathon-EM teilnehmen. Das grosse Ziel ist ein anderes, auch wenn sie noch nicht für die Sommerspiele selektioniert ist.

Martina Strähl (links) hatte in Neapel kein besonders gutes Laufgefühl.
Martina Strähl (links) hatte in Neapel kein besonders gutes Laufgefühl.
Foto: zvg

Martina Strähl beschreibt den Wettkampf in Neapel als Rennen mit «mässigem Laufgefühl». Über die Halbmarathondistanz versuchte die 32-jährige Langstreckenläuferin erst, mit der Spitze mitzulaufen. Die afrikanischen Topathletinnen waren aber rasch zu schnell für die Marathonspezialistin von der LV Langenthal, sie musste auf ihren eigenen Rhythmus wechseln und kam in 1:14:13 Stunden ins Ziel. Die Limite für die EM in Paris hatte sie unterboten. Gleichzeitig blieb sie aber auch fünf Minuten über ihrer Halbmarathonbestzeit.

Es ist dies keine Leistung, die Martina Strähl beunruhigen würde. «Es war eine Standortbestimmung, ich hatte nicht meinen besten Tag», ordnet sie ihre Leistung ein. Denn ihr grosses Ziel ist nicht Paris, sondern der Olympiamarathon am 8. August, der wegen der Hitze in Tokio im nördlicher gelegenen Sapporo durchgeführt wird, wo die Sommertemperaturen nur leicht höher als in Mitteleuropa sind.

Entscheid Anfang Mai

Strähl richtet ihre Planung voll auf diesen Saisonhöhepunkt aus, sie geht davon aus, dass sie dort mit dabei ist. Im September hatte sie den Berlin-Marathon in 2:31:24 Stunden zurückgelegt und ihre Position in der Weltrangliste klar verbessert, ohne aber die Olympialimite von 2:29:30 zu unterbieten. Sie geht davon aus, dass sie trotzdem keinen Marathon mehr bestreiten muss, um von Swiss Athletics selektioniert zu werden. «Ich möchte am 5. April den Berlin-Halbmarathon und danach kürzere Rennen laufen», schildert die Solothurnerin, wie sie die Vorbereitung auf den Grossanlass gestalten will. Wenn sie jedoch in den nächsten anderthalb Monaten in der Weltrangliste von vielen anderen Läuferinnen überholt werden würde, müsste sie zur Sicherheit doch noch einmal die Marathonstrecke unter die Füsse nehmen. Dies wohl am 26. April in Zürich. «Mein klarer Wunsch ist, dass ich dort nicht starten muss», sagt Strähl.

Und sich ganz darauf konzentrieren kann, in Sapporo in Bestform anzutreten. Im Spätherbst hatte Strähl ihre geplanten Auftritte an Stadtläufen absagen müssen, wegen Schmerzen an der Leiste und an den Adduktoren und der Achillessehne hatten dazu geführt. Verursacht wurden diese durch zu viele harte und schnelle Trainingseinheiten. Strähl ist mit 32 für eine Langstreckenläuferin nicht besonders alt. «Ich beginne jedoch zu spüren, dass ich keine 20 mehr bin», sagt sie. «Seit 14 Jahren mache ich Leistungssport, das macht sich langsam bemerkbar.» Strähl muss stärker darauf achten, genügend Erholungspausen einzulegen. Derzeit fühlt sie sich fit und bestritt daher in Neapel früher als geplant einen Wettkampf. Was sich noch unter einem anderen Gesichtspunkt als der richtige Entscheid herausstellen könnte. Wegen des Coronavirus ist derzeit unsicher, welche Anlässe überhaupt durchgeführt werden. So fand etwa der Reusslauf in Bremgarten, an dem Strähl letzten Samstag teilnehmen wollte, nicht statt.

Am Mittwoch wird sie sich ins Velodrom nach Grenchen begeben. Dort können in einem speziell eingerichteten Raum heisse und feuchte Verhältnisse simuliert werden; damit könnten die Läuferinnen bei Olympia trotz der Verlegung nach Sapporo konfrontiert werden. «Ich schaue mir dies einmal an und entscheide dann, ob ich dort trainieren will», sagt Strähl. Für ein gutes Resultat bei Olympia will sie nichts unversucht lassen.