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Nach Brand am SeebergseeAlp steht vor dem Wiederaufbau

Mitte Juni soll der Betrieb auf Alp Seeberg wieder aufgenommen werden. Nach dem verheerenden Feuer im Herbst wird nun der Wiederaufbau an die Hand genommen.

Das Bergrestaurant Seebergsee wurde ein Raub der Flammen. Nun geht es an den Wiederaufbau.
Das Bergrestaurant Seebergsee wurde ein Raub der Flammen. Nun geht es an den Wiederaufbau.
Foto: PD

Es war ein Inferno: Die Gebäude zum Alpbetrieb Seeberg brannten letzten September 2020 – zwei Wochen nach dem Alpabzug – als Folge eines elektrotechnischen Defekts komplett nieder. Zu den Stallungen der Milchkühe wurden auch das zur Sennerei gehörende Wohnhaus mit Käserei und das Bergbeizli durch den Brand vollständig zerstört.

«Wir leben davon.»

Älpler Michael Abbühl

Seit 1995 gehen die Brüder Michael und Niklaus Abbühl aus Weissenburg mit ihrem Cousin Ueli Gerber aus Därstetten mit ihren Familien in sechster Generation auf Alp Seeberg «z Bärg». An der Alpsennerei ist Ueli Gerber finanziell zur Hälfte beteiligt. Zur Sömmerung der Tiere und zur Erhaltung der Alpwirtschaft mit Käserei ist der Wiederaufbau unerlässlich.

Rascher Aufbau geplant

Das dreiköpfige Baukonsortium ist bestrebt, die Alpgebäude raschestmöglich wieder aufzubauen. Geplant ist, die Käserei mit dem zweigeschossigen Wohnteil für die Älplerfamilien zu konstruieren. Dazu kommt ein Laufstall mit Melkstand und 60 Liegeboxen für die Kühe. Der Erhalt der Alpwirtschaft auf Seeberg ist Michael Abbühl und seiner Familie ein grosses Anliegen. «Wir leben davon.»

Von Mitte Juni bis Mitte September werden auf Alp Seeberg 120 Stösse Kühe, Rinder und Kälber gesömmert, dazu kommen 40 Schweine und 6 Pferde. Der Stoss ist eine Vieheinheit des Viehbesatzes. Pro Alp ist festgelegt, mit wie vielen Stössen sie beweidet werden kann; eine Kuh entspricht einem Stoss, auf drei Rinder kommen zwei Stösse. In der Alpkäserei beim Seebergsee werden rund 200’000 Liter Milch zu Alpkäse AOP verarbeitet.

Ambitioniertes Programm

Älpler Abbühl wünscht sich sehnlichst die Bewilligung zum Wiederaufbau, dass der Laufstall für die Milchkühe und das angebaute Betriebsgebäude bis zum Alpsommer erstellt werden kann. Das Bauprogramm ist ambitioniert und stark witterungsabhängig. Die abgebrannte Alpsennerei mit ihrem vor bald zwanzig Jahren ausgebauten Alpbeizli war ein wichtiger Treffpunkt im regionalen Naturpark Diemtigtal – und soll es auch bleiben.

So wie auf dieser Visualisierung soll die Alp Seebergsee dereinst aussehen.
So wie auf dieser Visualisierung soll die Alp Seebergsee dereinst aussehen.
Foto: PD

Das Beizli bot in der Alphütte Platz für 30 Personen, und auf der Terrasse waren es deren 60. Es wurde von Anfang an durch Abbühls als Nebenerwerb geführt. Das neue Alpbeizli wird südlich der Alpgebäude freistehend erstellt. «Anfangs war ein anderer Standort vorgesehen. In Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden konnten wir gemeinsam die nun vorliegende Lösung finden», sagt Michael Abbühl.

Keine Einsprachen

Das rund zwei Millionen teure Wiederaufbauprojekt lag bis und mit dem 15. Februar beim Bauamt Zweisimmen auf. Für die angestrebte Baubewilligung ist jedoch das Regierungsstatthalteramt Obersimmental-Saanen zuständig. Am vergangenen Donnerstagabend bestätigte Regierungsstatthalter Michael Teuscher auf Anfrage, dass «bis zur Stunde» keine Einsprachen vorliegen. Als Älpler und Mitbauherr Michael Abbühl diese Information bekam, war er sichtlich erleichtert.

Die Alp Seeberg liegt auf 1800 Meter über Meer zwischen dem Simmen- und dem Diemtigtal. Die dazugehörenden Alpweiden mit ihren teilweise ausgedehnten Hochmoorgebieten gehören zum Gemeindegebiet von Zweisimmen.