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Rassismus im Alltag«Alte Damen halten die Tasche ganz fest, wenn ich vorbeigehe»

Die deutsche Autorin Alice Hasters hat ein unbequemes Buch verfasst – über den Rassismus in uns allen. Es passiert nicht nur in den USA.

«Es gibt keinen Freispruch vom systemischen Rassismus»: Alice Hasters.
«Es gibt keinen Freispruch vom systemischen Rassismus»: Alice Hasters.
Foto: H. Henkensiefken (Pixxwerk)

Frau Hasters, Ihre Mutter ist Afroamerikanerin und kommt aus Philadelphia. Auch dort attackierte die Polizei friedliche Demonstranten mit Tränengas und griff hart durch. Wurden Angehörige von Ihnen verletzt?

Ich hatte mit Verwandten und Freunden Facetime-Kontakt: Ihre Gefühle bewegen sich zwischen unfassbar wütend und zutiefst besorgt. Aber zum Glück wurde niemand physisch verletzt. Manche von ihnen können nicht demonstrieren, weil sie zur Corona-Risikogruppe zählen oder arbeiten müssen. Es gehört zum strukturellen Rassismus in den USA, dass Schwarze meist schlechter bezahlte Jobs haben und eine schlechtere – oder gar keine – Gesundheitsversorgung. Und dass sie stärker von der Pandemie betroffen sind. Zudem laufen schon kleine Jungs wie mein zehnjähriger Neffe Gefahr, einfach so von Polizisten niedergestreckt zu werden, wenn sie draussen unterwegs sind.

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