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Die Italienerin arbeitet im Inselspital«Am liebsten wäre ich in Italien bei der Familie»

Laura Celeste Rotondo von Rotweiss Thun wurde im Süden Italiens geboren. Wegen des Coronavirus kann die 27-jährige Topskorerin nicht in ihre Heimat.

Trotz hartnäckiger Deckung gelingt es Laura Celeste Rotondo oft, den Ball im Tor unterzubringen.
Trotz hartnäckiger Deckung gelingt es Laura Celeste Rotondo oft, den Ball im Tor unterzubringen.
Bild: Patric Spahni

Die gute Nachricht vorweg: Der Familie von Laura Celeste Rotondo geht es gut. Diese stammt aus der Region Apulien, also aus Italiens Süden, wo das Coronavirus deutlich weniger ausgeprägt ist als im Norden. Genauer gesagt, wurde Rotondo in der Stadt Conversano geboren, die etwas unter 30’000 Einwohner zählt.

«Um meine Grosseltern mache ich mir Sorgen», sagt die Topskorerin von Rotweiss Thun. Seit Tagen herrscht in ganz Italien die Ausgangssperre. «Ich wäre jetzt am liebsten in Italien bei der Familie.» Dieser Wunsch wird vorerst nicht in Erfüllung gehen. Daher pflegt Rotondo täglich Kontakt mit Freunden und Verwandten via Whatsapp oder Skype, damit sie stets auf dem neusten Stand ist.

Nachdem die 27-Jährige den Bachelor in Chemie im italienischen Bari abgeschlossen hatte, zog sie im Januar 2017 in die Schweiz. Rotondo arbeitet seit diesem Zeitpunkt in einem 60-Prozent-Pensum im Inselspital als Laborantin für Klinische Chemie. Obwohl sie nicht im direkten Kontakt mit den Patienten steht, kriegt sie die aussergewöhnliche Situation trotzdem mit. «Die Familie sorgt sich ebenfalls um mich, weil ich im Spital arbeite.»

Daneben absolviert sie den Master in Turin. Weil keine Anwesenheitspflicht besteht, kann sie die Lektionen zu Hause in Gwatt abarbeiten.

158 Tore in 21 Spielen

Eigentlich würde die Rückraumspielerin den Master im Dezember abschliessen. Aufgrund der jetzigen Situation ist dies aber alles andere als sicher. Sportlich lief es für Rotondo in den letzten Wochen bis zum Abbruch der Meisterschaft ausgezeichnet.

Die italienische Nationalspielerin erzielt pro Partie im Schnitt mehr als sieben Tore. Damit ist sie mit Abstand die klare Torjägerin für Rotweiss. «Es ist sicher noch mehr möglich, aber wir können gleichwohl zufrieden sein mit dem Verlauf der Saison», erklärt sie.

Rotondo kann sich gut vorstellen, auch nächste Saison bei den Oberländerinnen zu spielen. «Wenn ich weiterhin in der Schweiz lebe, dann bleibe ich sicher bei Rotweiss.» Ihr gefällt es in der Schweiz zumindest sehr.