«Wir wären froh, wir hätten in Thun so eine Halle»

Gümligen

Bei der «Heimspiel»-Premiere in der Champions League in der neuen Ballsporthalle spielte Wacker Thun unentschieden. Dies stimmte die nicht sehr zahlreich angereisten Fans zufrieden.

Willkommensgruss für Wacker Thun bei ihrem ersten Auftritt in der Champions League in der neuen Ballsporthalle in Gümligen.

Willkommensgruss für Wacker Thun bei ihrem ersten Auftritt in der Champions League in der neuen Ballsporthalle in Gümligen.

(Bild: Andreas Tschopp)

Neben einer Schulanlage mit Sportplatz und in unmittelbarer Nähe zu Wohnbauten wurde sie erstellt, die neue Ballsporthalle im Berner Vorort Gümligen, in der die Handballer von Wacker Thun am Donnerstagabend ihr erstes «Heimspiel» in der Champions League austrugen.

Kurz vor Spielbeginn deutete nichts auf einen Zuschaueransturm hin. Diese fanden in der modernen Halle problemlos einen Platz mit guter Übersicht aufs Spielfeld. Eröffnet wurde die Partie mit einer kleinen Lichtshow und der Präsentation der Spieler der Gastmannschaft aus Finnland und des «Heimteams» aus Thun.

Moderne Technik im Einsatz

Orchestriert wurde die Eröffnungszeremonie aus einem Raum im Obergeschoss der Halle. Dort, neben der Geschäftsstelle der Stiftung Jugendförderung Berner Handball als Eignerin der Ballsporthalle und des BSV Bern Muri, der regelmässig dort spielt, ist das technische Herzstück des Baus untergebracht, das In-–House Entertainment.

Dario Hitz sorgte als Projektleiter mit drei Mitarbeitern an Computern für den Ton, die wechselnde Einblendung von Werbung auf LED-Werbebanden und für die Resultatanzeige auf der grossen Videowand. Diese stimmte nur zu ­Beginn die Wacker-Fans optimistisch. Danach machte sich langsam Ernüchterung breit unter ihnen, gerieten die Thuner Handballer doch 11:15 in Rückstand bis zur Pause.

«Am falschen Ort»

In den 15 Minuten, in denen das Spiel pausierte, standen viele der mitgereisten Wacker-Unterstützer draussen und unterhielten sich. «Wir wären froh, wir hätten in Thun auch so eine Halle», äusserte sich auf Nachfrage Remo Affentranger und gab als treuer Fan seiner Hoffnung Ausdruck, dass Wacker wie beim Eröffnungsspiel gegen den BSV noch ein Remis schaffen werde.

Thomas Fahrni, der ehemalige Teammanager von Wacker, erinnerte an den Grossaufwand für die Herrichtung der Halle im Wankdorf, in der die Thuner Handballer bei der erstmaligen Teilnahme an der Champions League vor fünf Jahren zu Gast waren. Am neuen Ort hingegen «stimmt jeder Anschluss», meinte Fahrni und fügte hinzu: «Die Halle hat nur einen Nachteil, sie steht am falschen Ort.»

Stimmung hellte sich auf

Auch weitere befragte Wacker-Fans waren des Lobes voll über «die wunderschöne Halle», so Thomas Gruber. «So etwas sollten wir in Thun haben», meinte der frühere Präsident der Genossenschaft Arena Thun. Heinz Jaggi, seit 42 Jahren Ehrenmitglied bei Wacker Thun, pflichtete Gruber bei. Seiner Ansicht nach «könnte Thun auch so was brauchen, aber nicht so gross».

Das merkte der ehemalige Gewerkschafter und SP-Politiker an, ­dessen «einziges Hobby heute Handball schauen ist». Das tat in Gümligen ebenso Reto Wullimann, besser bekannt als «Wulle» von den Green Hornets, allerdings ohne seine Trommel, die hier verboten sei. Er war nicht verärgert darüber. «So kann ich den Match für einmal ruhig geniessen», sagte Wullimann, der sich zufrieden zeigte mit der Stimmung. Diese hellte auf gegen Schluss unter den 520 Zuschauern, die die Thuner Handballer wacker unterstützten und letztlich das Unentschieden beklatschten.

Greiner froh über Gastrecht

«Das war beste Werbung für den Handball und Wacker Thun in der Champions League», be­tonte nach dem Schlusspfiff Georges Greiner, der seit Frühjahr 2017 den Handballclub führt. Der Wacker-Präsident zeigte sich «froh über das Gastrecht in der wunderschönen Halle». Innert einer halben Stunde hatten dort die zahlreichen Helfer von «Wacker Drü» alles aufgeräumt und sämtliche Spuren des Gastspiels beseitigt. Dies mit der Hoffnung, dass mehr Fans aus Thun und dem Oberland den Weg nach Güm­ligen finden werden, wenn am Samstag, 6. Oktober, Wacker das nächste «Heimspiel» in der Königsklasse austragen wird.

Berner Oberländer

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