Arbeitslosenquote sinkt im März auf 2,5 Prozent

Die Arbeitslosigkeit nimmt seit Jahresbeginn stetig ab und bewege sich auf dem «tiefsten Niveau seit rund zehn Jahren».

Positive Entwicklung: Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) haben weniger Arbeitslose registriert als noch im Februar.

Positive Entwicklung: Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) haben weniger Arbeitslose registriert als noch im Februar.

(Bild: Keystone GAETAN BALLY)

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im März weiter zurückgegangen und bewegt sich im mehrjährigen Vergleich auf tiefem Niveau. In den kommenden Monaten rechnet man beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gar mit einer weiteren Verbesserung.

In den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren Ende März mit 112'341 Personen im Vergleich zum Vormonat 7'132 weniger Arbeitslose registriert. In Prozent gerechnet entspricht dies einem Rückgang um 6,0 Prozent, wie das Seco am Dienstag mitteilte.

Die Arbeitslosenquote sank somit auf 2,5 Prozent von zuvor 2,7 Prozent im Februar. Saisonale Effekte herausgerechnet, lag die Quote wie von Ökonomen in etwa erwartet bei 2,4 Prozent.

Positiver Trend hält an

«Die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt ist nach wie vor sehr gut», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, an einer Telefonkonferenz. Die Arbeitslosigkeit nehme seit Jahresbeginn in unverändertem Rhythmus ab und bewege sich auf dem tiefsten Niveau seit rund zehn Jahren.

Der Treiber der guten Entwicklung im März seien insbesondere saisonale Effekte gewesen, fügte Zürcher an. Je wärmer es wird, umso mehr Arbeitskräfte werden in Branchen wie dem Bau oder in der Gastronomie gesucht. Besonders im Baugewerbe habe die Arbeitslosigkeit deutlich abgenommen.

Die positive saisonale Entwicklung habe sich auch in gewissen Kantonen gezeigt, sagte Zürcher. In Zürich, Bern oder der Waadt, wo viel gebaut wird, sei die Arbeitslosigkeit deutlicher als im Rest der Schweiz zurückgegangen. Gut lief es etwa auch in den vom Tourismus geprägten Kantonen Tessin und Wallis.

Weniger jugendliche Arbeitslose

Weiter abnehmend ist die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Ende März waren noch 11'573 Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren beim RAV eingeschrieben. Das entspricht verglichen mit den Zahlen des Vormonats einem Rückgang um 9,4 Prozent.

Bei den über 50-Jährigen ging die Arbeitslosenquote leicht auf 2,4 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sich noch 2,7 Prozent betragen. Nicht ganz zwei Drittel der älteren Arbeitslosen seien Männer, knapp ein Viertel gelte als langzeitarbeitslos, führte Zürcher aus. Bei Letzteren handelt es sich um Personen, die bereits länger als ein Jahr bei einem RAV als arbeitslos gemeldet sind.

Auch bei den Stellensuchenden war im März ein Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt suchten laut Seco mit 189'467 Personen insgesamt 7'605 weniger eine Stelle. Das ist ein Rückgang von 3,9 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr ging dieser Wert gar um 5,8 Prozent zurück.

Die Zahl der bei den RAV ausgeschriebenen Jobs stieg derweil im Berichtsmonat um 643 auf 37'409. Davon unterlagen laut Seco 23'245 der Stellenmeldepflicht. Seit dem 1. Juli 2018 müssen Unternehmen freie Stellen für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8 Prozent vorab den RAV melden. Seither hat sich die Zahl der offenen Stellen stark erhöht.

Quote könnte auf 2% sinken

«Es ist durchaus denkbar, dass wir in den Sommermonaten mit der Arbeitslosenquote nahe an 2 Prozent kommen», blickt Zürcher auf die kommenden Monate. Zwar geht man auch beim Seco davon aus, dass sich die Konjunktur sowohl weltweit als auch in der Schweiz weiter abschwächen dürfte. Erfahrungsgemäss hinke aber der Arbeitsmarkt der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung um drei bis sechs Monate nach.

Weiter präsentierte das Seco am Dienstag auch noch die Jahresrechnung der Arbeitslosenversicherung. Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung (ALV) erzielte im letzten Jahr einen Überschuss von 1,17 Milliarden Franken. Damit konnten von der Bundestresorie gewährte Darlehen zurückbezahlt werden. Die guten Aussichten am Arbeitsmarkt und das Budget 2019 lassen gemäss Zürcher erwarten, dass die Versicherung bis Ende des Jahres schuldenfrei sein wird.

aru/sda

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