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Fehlende Fans helfenArsenal blüht dank leeren Stadien und Xhaka auf

Das Team von Nationalspieler Granit Xhaka hat seit dem Re-Start weiter aufgedreht. Laut Trainer Mikel Arteta haben daran auch die Geisterspiele ihren Anteil.

Bei Arsenal und bei Xhaka ist das Grinsen derzeit breit.
Bei Arsenal und bei Xhaka ist das Grinsen derzeit breit.
Foto: Getty Images

Arsenal-Fans gehen momentan mit einem Lächeln durchs Leben. In den letzten fünf Spielen zeigten die Londoner starke Leistungen, und konnten nur am Dienstagabend gegen das viertplatzierte Leicester (1:1) knapp nicht als Sieger vom Platz gehen. Das Team ist so nah an einem Europa-League-Platz wie seit September nicht mehr. Auch Granit Xhaka läuft es, vor einer Woche hat der Schweizer Nationalspieler sein erstes Saisontor erzielt.

Noch etwa vor sechs Monaten dürften die Mundwinkel vieler Gunners-Anhänger aber beharrlich nach unten gezeigt haben. In der Vorrunde lief es gar nicht nach dem Geschmack von Arsenal: Mit Trainer Unai Emery wollte es nicht mehr richtig, der Club rutschte auf Rang zwölf ab und Granit Xhaka entwickelte sich zur Hassfigur der Fans.

Eklat im Oktober gegen Crystal Palace: Xhaka wird unter lauten Buhrufen ausgewechselt, der Schweizer provoziert weiter und sagt «Fuck off!» zu den Fans.
Video: Twitter

Nach diesem Vorfall im obigen Video entzogen ihm die Arsenal-Fans die letzte Liebe, und Emery nahm Xhaka die Captainbinde wieder weg. In jener Phase holte der Erfolgsclub unter dem Spanier in der Meisterschaft nur 1,3 Punkte pro Spiel und drohte weit nach hinten zu fallen.

Doch inzwischen hat der Wind gedreht. Seit die Clubbosse die Notbremse zogen, Emery entliessen und Ende Dezember dann Mikel Arteta an Bord holten, ist Arsenal wieder auf Kurs. Unter Arteta holten die Gunners in der Premier League 1,7 Punkte pro Spiel, seit dem Neustart (bei bisher sieben Partien) sind es gar 1,9 Punkte pro Spiel.

Die Geisterspiel-Atmosphäre scheint den Londonern nichts auszumachen – im Gegenteil. So sagte der 38-jährige Trainer der englischen Zeitung «The Telegraph» auf die Frage, ob leere Stadien seinen Spielern auch helfen würden: «Einige brauchen die Zuschauer normalerweise als Extramotivation … aber anderen Spielern helfen die Geisterspiele auch. Wenn sie vor 80’000 Leuten spielen müssen, ist es viel härter für sie.» Auch Xhaka, der mit den Fans diese Saison bekanntlich harte Zeiten durchmachen musste, dürfte dazu zählen.

Doch genau wie der Club ist auch der 27-Jährige nach seiner Krise auf die Beine gekommen. In Arsenals Mittelfeld ist er wieder eine Bank, in den fünf Partien spielte er durch und nach seiner Torpremiere in dieser Saison lobte ihn Arteta: «Er ist ein grossartiges Vorbild für jeden seiner Teamkollegen. Es war wichtig, ihm eine Gelegenheit zu bieten, aus seinen Fehlern zu lernen.»