Die vier Köpfe hinter dem neuen «Du Nord»

Bern

Das Restaurant «Du Nord» im Berner Lorraine-Quartier wird am Samstag von der KG Gastrokultur GmbH wiedereröffnet. Ein Blick ins Berner Gastrounternehmen.

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Claudia Salzmann@C_L_A

2007 Le Beizli, 2007 Weinerlei, 2008 Restaurant zum Schloss in Köniz, 2010 Burgunder Bar, 2010 Bistrot «L’esprit nouveau», 2012 Restaurant Quadrat in Zollikofen. Was sich wie die Diskografie eines Musikers liest, ist es in Tat und Wahrheit die Liste der Eröffnungen der Berner KG Gastrokultur GmbH.

Ab Samstag verlängert sich diese Liste: Das Traditionslokal Du Nord im Lorraine Quartier wird ab Samstag von der KG Gastrokultur eröffnet (siehe Box). Hinter der GmbH stecken Michel Gygax, Regula Keller, Igor Gaic und Marc Häni. Letztere zwei führten das Du Nord bereits von 1997 bis 2008.

Getroffen im Du Nord

Die Wege der vier Gastronomen kreuzten sich schon früh: Michel Gygax führte eine Dekade lang den «Bären Buchsi» in Münchenbuchsee, wo er auch aufwuchs. «Zuvor war dies meine Stammbeiz und wir waren ahnungslose Hippies», erklärt der heute 40-Jährige lachend. Gleichzeitig führten Marc Häni, Igor Gaic und Monika Stöckli in Bern das Restaurant Du Nord. «Dort haben wir uns kennengelernt und gesagt, vielleicht machen wir ja mal was zusammen», so Gygax.

Gygax und seine Partnerin Regula Keller gründeten 2007 die KG Gastrokultur GmbH, die Weinhandlung Weinerlei und übernahmen das Le Beizli in den Vidmarhallen, der zweiten Spielstätte des Berner Stadttheaters.

Zur gleichen Zeit, als das Du Nord 2008 schloss, kamen Gygax und Keller mit dem Schloss Köniz ins Gespräch, das Lokal dort zu übernehmen. Das sei ein zu grosses Unterfangen gewesen und so traten Marc Häni, Igor Gaic und Monika Stöckli in die GmbH ein.

Zwar haben sie mittlerweile jahrelange Erfahrung in der Gastronomie, doch ins Berufsleben eingestiegen sind die vier anders: Gygax war Banker, der 38-jährige Häni aus Wabern startete als Bürolist, die 35-jährige Keller aus Kerzers war Krankenschwester und der 38-jährige Kroate Gaic fing ein Physik-Studium an.

Ohne Luxus, mit Region

Trotz dieser unterschiedlichen Hintergründe gibt es bei der KG Gastrokultur Konsens: Saison, Spass und Sparsamkeit. Die kleinen Karten - wie die fünf Menüs im Schloss oder das 5-gängige Degustationsmenü im Le Beizli – und die schlanke Personalstruktur helfen, günstige Menüs anzubieten und entspreche ihrem Food-Waste-Konzept. «Innerhalb von ein bis zwei Tagen haben wir alle Nahrungsmittel umgesetzt und werfen nur wenig weg», erklärt Gygax. Zum Konzept gehört auch, keine Luxusprodukte zu verwenden. Ihnen sei umso wichtiger, dass das Fleisch aus der Gegend und einer regionalen Metzgerei und das Gemüse aus der Schweiz komme.

Der oft gehörte Spruch – das Hobby zum Beruf machen – unterstreicht Gygax mit: «Ich brauche keine Work-Life-Balance, wenn ich etwas tue, das mich glücklich macht.» Das gehe nicht nur ihm, sondern auch seinen Mitstreitern so. Klar spüre er vier Tage Arbeit bis Mitternacht mehr in den Knochen als noch mit 20 Jahren. «Wir arbeiten aber nicht mehr so oft an der Front», sagt er. Deshalb und weil sie der jeweiligen Führung in den Lokalen gastronomische Freiheiten lassen wollen, tragen andere die Verantwortung im Schloss, im Quadrat und im Bistrot. Gygax, Häni und Keller leben sich im Le Beizli aus.

Rund 40 Mitarbeiter und fast 400 Sitzplätze in all ihren Lokalen: Das ist die bisherige Bilanz der KG Gastrokultur GmbH. Ob sie ihre Diskografie weiterschreiben werden, ist fraglich. «Langsam ist es genug», meint Gygax.

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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