Die Formel E etablierte sich ­in hohem Tempo

Innert wenigen Jahren hat es die Formel E geschafft, zum Liebling der Sponsoren zu werden. Mittlerweile steigen laufend weitere Autobauer bei der Rennserie ein.

Fast lautlos surren die E-Boliden der Formel E über die urbanen Rennstrecken.

Fast lautlos surren die E-Boliden der Formel E über die urbanen Rennstrecken.

(Bild: Keystone)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Es ging alles sehr schnell. Die ­Formel-E-Rennserie wurde im Jahr 2011 gegründet. Nun ist die Serie in den Grossstädten ­angekommen. In diesem Jahr ­werden die Rennen in Städten wie New York, Hongkong, Mexiko-Stadt durchgeführt. Im nächsten Jahr könnte nun Bern dazukommen. Die Rennserie umfasst aktuell 12 Rennen in 10 Städten. Auf den traditionsreichen Rundkursen finden dagegen keine Rennen statt.

Autobauer sind dabei

Die Autohersteller sind erst ­zögerlich bei der Rennserie eingestiegen. Seit den Verkaufserfolgen des US-Elektroautobauers Tesla setzen auch die traditionellen Autobauer stark auf Elektroautos. Mehrere von ihnen ­machen mittlerweile bei der ­Formel E mit. In diesem Jahr sind die Autobauer Renault, ­Jaguar, Audi und ­Mahindra mit je einem Werksteam engagiert. Mercedes, Porsche, BMW und Nissan für Renault werden in den nächsten zwei Jahren einsteigen.

Die Budgets der Formel-E-Teams haben indes bei ­weitem nicht die ­Dimensionen wie diejenigen der Formel-1-Teams angenommen. Ein herkömmlicher Rennstall kostet zwischen 150 Millionen und einer halben ­Milliarde Franken, ein Formel-E-Team ­hat dagegen ein Budget von 10 bis 15 Millionen Franken.

Fahrer mit bekannten Namen

Die arrivierten Formel-1-Fahrer schauen noch mit Verachtung auf die Formel E. So findet Sebastian Vettel die Serie «Käse». Doch Fahrer, die in der Formel 1 hinterherfuhren, sind gerne bereit, ihre Meinung zu ändern und sich in der Serie ein Zubrot zu verdienen. So ist der ehemalige Schweizer Formel-1-Fahrer Sébastien Buemi der Werksfahrer von ­Renault. Und der ehemalige Sauber-Pilot Nick Heidfeld fährt seit 2015 für den indischen Autobauer Mahindra.

Die Rennserie hat es zudem verstanden, sich ein zukunfts­orientiertes Image zu geben. Deshalb ist sie auch bei Sponsoren aus anderen Branchen beliebt. So ist der Schweizer Technologiekonzern ABB seit diesem Jahr Titelsponsor der Formel E.

Kampf um den Sendeplatz

Im Fernsehen hat die Serie indes noch keinen festen Platz. Eurosport ist im deutschsprachigen Raum der einzige Kanal, der alle Rennen überträgt. In der Schweiz können zudem Cablecom-Kunden alle Rennen auf dem Sender Mysports verfolgen. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben ein gewisses Interesse daran, die Heimrennen zu übertragen. So hat das Schweizer Fernsehen am 10. Juni über das Rennen in ­Zürich live berichtet.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt