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Der Trip ins Altersheim

Rund 20’000 Ex-Junkies kommen in die Jahre – ihr körperlicher Zerfall macht die Pflege anspruchsvoll.

Die offene Drogenszene 1994 beim ehemaligen Bahnhof Letten in Zürich: 40-jährige Ex-Junkies gleichen 70-jährigen Senioren.

Die offene Drogenszene 1994 beim ehemaligen Bahnhof Letten in Zürich: 40-jährige Ex-Junkies gleichen 70-jährigen Senioren.

(Bild: Keystone Martin Ruetschi)

Tina Huber@tina__huber

Der tägliche Schluck Wodka muss sein, daran ändert auch nichts, dass heute Besuch da ist. Um 10 Uhr soll die Reporterin Herrn Fischer treffen. Mal schauen, ob er da sei, heisst es, Herr ­Fischer* pflege jeden Morgen beim Türken um die Ecke einzukehren, und das könne dauern. Doch kurz darauf rollt Herr Fischer gut gelaunt in die Stube seiner Wohngemeinschaft im Basler Sternenhof. Seit einem Sturz sitzt er im Rollstuhl, das Gehen macht Mühe. Wacher Blick, schwere Zunge; wenn er lacht, kommen schwarze Zahnstummel zum Vorschein. Andere Leute trinken um diese Uhrzeit den ersten Kaffee, Herr Fischer hat intus: zwei Fläschlein Wodka, ein kleines Bier, ausserdem Methadon und Ritalin. Am Mittag werden drei Fläschlein Wodka hinzukommen, dann legt sich Herr Fischer hin, abends nochmals Methadon und Ritalin.

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