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«Argentinien hat einen seiner grössten Männer verloren»

Der Mann der amtierenden Staatschefin Cristina Kirchner starb am Mittwoch an einem Herzinfarkt. Der Ex-Präsident hegte fürs kommende Jahr ehrgeizige Ziele.

Argentiniens ehemaliger Präsident Néstor Kirchner ist tot. Der Ehemann der amtierenden Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner starb im Alter von 60 Jahren nach Angaben seines Arztes am Mittwoch in El Calafate im Süden des Landes.

Wiederholt aufgetretene gesundheitliche Probleme Kirchners hatten zuletzt Zweifel an Spekulationen genährt, der frühere Staatschef werde 2011 erneut für das Präsidentenamt kandidieren.

Kirchner sei einem «plötzlichen Tod» erlegen, sagte der Arzt des früheren Staatschefs, Luis Buonomo, vor Journalisten. Kirchner habe einen Herzinfarkt erlitten. Es sei nicht möglich gewesen, ihn zu reanimieren.

Argentinische Medien hatten zuvor berichtet, der ehemalige Präsident sei mit Schmerzen in der Brust in eine Klinik eingeliefert worden. Seine Ehefrau Cristina war gemäss den Berichten bei ihm. Die Familie hatte sich zur Erholung in ihrem Haus in der Region aufgehalten.

«Grösster Verlust seit Einführung der Demokratie»

In Argentinien löste der Tod des früheren Staatschefs Bestürzung aus. «Wir haben einen Patrioten verloren», sagte Juan Carlos Dante Gullo, ein einflussreicher Abgeordneter der Peronistischen Partei, deren Vorsitzender Néstor Kirchner bis zuletzt war. «Unser Schmerz ist unermesslich.»

Das Land habe den «grössten Verlust seit der Einführung der Demokratie» erlitten, teilte Senator Eric Calcagno aus Buenos Aires über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die argentinischen Fernsehsender spielten nach dem Bekanntwerden von Kirchners Tod Trauermusik.

Erst im September hatte Kirchner sich zum zweiten Mal in diesem Jahr wegen einer verstopften Arterie einem chirurgischem Eingriff unterziehen müssen. Die gesundheitlichen Probleme führten dazu, dass eine mögliche Kandidatur Kirchners bei den Präsidentschaftswahlen 2011 zunehmend in Frage gestellt wurde.

Von 2003 bis 2007 Präsident

Kirchner war von 2003 bis 2007 Präsident des südamerikanischen Landes. Seine Ehefrau Cristina Fernández, mit der er zwei Kinder hat, folgte ihm 2007 im Amt.

Während seines Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2003 galt der Sohn eines Nachfahren von Schweizern und einer kroatischstämmigen chilenischen Mutter als linker Flügelmann der Peronisten, der nicht mit Kritik an der eigenen Partei sparte.

Als Präsident führte er Argentinien aus der grössten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes.

AFP/mrs

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