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600 US-Soldaten waren im Irak Kampfstoffen ausgesetzt

Das Pentagon ging bislang von 17 US-Soldaten aus, welche während des Irakkriegs mit chemischen Waffen in Kontakt waren. Diese Zahl ist laut einem Medienbericht viel zu tief.

Wie viele von ihnen kamen mit chemischen Waffen in Berührung? Irakkriegs-Veteran an einer Gedenkveranstaltung. (Archivbild)
Wie viele von ihnen kamen mit chemischen Waffen in Berührung? Irakkriegs-Veteran an einer Gedenkveranstaltung. (Archivbild)
Reuters

Der Irakkrieg verfolgt US-Soldaten noch elf Jahre nach dem Einmarsch. Mehr als 600 von ihnen gaben bei Befragungen an, Kampfstoffen wie Sarin und Senfgas ausgesetzt gewesen zu sein, wie die «New York Times» berichtet. Warum hat das Militär darauf nicht reagiert?

Mehr als 600 US-Soldaten sind nach Informationen der «New York Times» möglicherweise im Irakkrieg chemischen Kampfstoffen ausgesetzt gewesen. Dies hätten die Einsatzkräfte in Befragungen des medizinischen Personals des US-Militärs angegeben, berichtete die Zeitung am Donnerstag.

Hotline für Kriegsveteranen

Vertreter des Pentagons in Washington sagten, das Verteidigungsministerium werde nun versuchen, weitere Veteranen der 2003 begonnenen US-Invasion im Irak zu erreichen. Eine Hotline soll eingerichtet werden, wo sich weitere Soldaten oder Ex-Militärs melden könnten, um medizinisch betreut zu werden, berichtete die Zeitung.

Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte eine interne Untersuchung angeordnet, nachdem die «New York Times» bereits im Oktober davon berichtet hatte, dass US-Truppen mit zerfallenen Chemiewaffen aus den 80er-Jahren in Kontakt gekommen sein könnten. Dieser ursprüngliche Bericht hatte von 17 Militärmitarbeitern gesprochen, die durch die Kampfstoffe Sarin oder Senfgas verletzt worden seien. Nach der Veröffentlichung der Geschichte hatten sich weitere Soldaten mit ähnlichen Verletzungen gemeldet.

629 Soldaten antworteten mit Ja

Ein für das Gesundheitswesen innerhalb der Armee zuständiges Organ sammelt laut der Zeitung Umfragen unter Soldaten, in denen sie nach ihrem Einsatz Angaben zu ihrer Gesundheit machen. Eine Frage lautet: «Glauben Sie, dass Sie während Ihres Einsatzes chemischen, biologischen oder radiologischen Kampfstoffen ausgesetzt waren?»

629 Personen hätten diese Frage mit Ja beantwortet, sagte ein Sprecher des Surgeon General der «New York Times». Nach Angaben der Zeitung ist nicht klar, warum das Militär daraufhin nicht weitere Schritte unternommen habe.

SDA/chk

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