Alles oder nichts für die Demokraten

Die Opposition ist auf gutem Weg dazu, bei den Zwischenwahlen im Herbst das Repräsentantenhaus zu erobern.

Will mit seiner Partei im Herbst das Repräsentantenhaus erobern: Tom Perez, Chef der US-Demokraten. Bild: Keystone

Will mit seiner Partei im Herbst das Repräsentantenhaus erobern: Tom Perez, Chef der US-Demokraten. Bild: Keystone

Alan Cassidy@A_Cassidy

Es gibt Siege, die fühlen sich wie Niederlagen an. Jener der Republikaner in Ohio war so einer. Wenn sich die provisorischen Zahlen bestätigen, dann verteidigte die Partei am Dienstag auf knappste Weise einen Sitz im Repräsentantenhaus – einen Sitz in einem konser­vativen Wahlkreis, um den sie unter normalen Umständen gar nicht hätte zu kämpfen brauchen. Aber die Umstände sind nicht normal. Die Demokraten, vom Widerstand gegen Donald Trump erfasst, bringen ihre Wähler auch in Gegenden an die Urne, in denen sie nichts zu suchen haben. Das ist eine beruhigende Nachricht.

Die Opposition ist auf gutem Weg dazu, bei den Zwischenwahlen im Herbst das Repräsentantenhaus zu erobern. Es wäre wichtig für das Land. Der bisher von den Republikanern kontrollierte Kongress hat in Trumps anderthalb Jahren im Weissen Haus so gut wie nichts getan, um ihm Grenzen zu setzen. Besonders im Repräsentantenhaus geben sich die Republikaner alle Mühe, die Aufsicht über den Präsidenten noch zu torpedieren. Ändern wird sich das nur mit einer demokratischen Mehrheit.

Die strukturellen Hürden dafür bleiben hoch. Trump profitiert zudem davon, dass die Wirtschaft läuft, und er macht die Zwischenwahlen mehr noch als alle seine Vorgänger zu einem Plebiszit über seine Präsidentschaft. Verliert die Opposition diesen Kampf, wird das Problem Trump noch grösser.

Tages-Anzeiger

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