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Als hustender Europäer gefürchtet und vertrieben

Wirtschaftsredaktor Erich Bürgler sitzt in Peru fest. Weil er beim Abendessen hustete, wurde er aus dem Hotel geworfen.

Touristen stehen verzweifelt vor dem geschlossenen Flughafen Jorge Chavez in Callao, Peru. Foto: Martin Mejia/Keystone, 20. März 2020
Touristen stehen verzweifelt vor dem geschlossenen Flughafen Jorge Chavez in Callao, Peru. Foto: Martin Mejia/Keystone, 20. März 2020

Die Stimme des peruanischen Präsidenten ertönt im Fernsehen, als wir im Restaurant gerade einen Teller Jumbo-Shrimps und einen gebratenen Fisch serviert bekommen. Martín Vizcarra schliesst nicht nur die Grenzen des Landes für Ein- und Ausreisen, er stoppt auch den Transport innerhalb Perus. Die Wohnung oder das Hotelzimmer darf man während 15 Tagen nur noch aus medizinischen Gründen verlassen oder um Lebensmittel zu kaufen.

José María, der das Restaurant führt, hat dafür Verständnis. «Unser Gesundheitssystem ist schlecht. Wenn wir hier Tausende Corona-Fälle wie in Europa haben, bricht alles zusammen.»

Wir stecken im Küstenort Punta Sal im Norden Perus fest und stellen uns auf zwei Wochen in einem Zimmer des freundlich klingenden Hotels Smiling Crab ein. Am nächsten Morgen wundern wir uns nicht weiter darüber, dass Personal und Chefin nun mit Schutzmasken herumlaufen. Am Abend vorher war das noch nicht so. Nach dem Frühstück klingelt das Telefon im Zimmer. «Wir schliessen das Hotel. Check-out ist in einer halben Stunde», sagt die Hotelchefin.

Wir versuchen auf sie einzureden. Sie solle uns doch erst Zeit geben, ein neues Dach über dem Kopf zu suchen. Unter Einhaltung eines Sicherheitsabstands kommt sie auf unser Zimmer hoch. «Ihr müsst hier raus, du bist krank» schreit sie. Das Hotelpersonal habe am Vorabend gehört, dass ich huste. Meine Beteuerungen, dass es mir gut gehe und mir gestern am Flughafen das Fieber gemessen worden sei, helfen nicht. Der lachende Krebs will uns so schnell wie möglich los werden.

Wir kommen mit Hilfe von José María bei einem Ehepaar unter, das ein Airbnb führt. Sie kochen für uns und haben einen grossen Vorrat an kaltem Bier. Doch die Tage sind lang. Während wir hier auf das Ende der Quarantäne warten müssen, stellen die Airlines immer mehr Flüge ein. Länder wie Chile und Israel haben bereits Spezialflüge organisiert, um ihre Bürger nach Hause zu bringen. Auch das EDA hat nun bekannt gegeben, 630 Schweizer Touristen aus Peru und Kolumbien zurückzuholen.

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