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Argentinien weint um Néstor Kirchner

In der Nacht auf heute haben sich Tausende vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires versammelt. Sie kamen auch, um ihrer Staatschefin Mut zuzusprechen.

Tausende Argentinier haben bei einer Grosskundgebung vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires ihre Trauer um den verstorbenen Ex-Präsidenten Néstor Kirchner (2003-2007) zum Ausdruck gebracht.

Am Mittwochabend versammelten sich Familien mit Kindern, Rentner, Studenten und Arbeiter auf dem Maiplatz vor der Casa Rosada im Zentrum der Millionenmetropole. Zugleich machten die Menschen der Witwe und amtierenden Präsidentin, Cristina Kirchner, Mut, die bisherige Politik fortzusetzen.

«Es schmerzt sehr»

Auch einige Mütter des Maiplatzes, deren Kinder während der Militärdiktatur (1976-1983) verschleppt und ermordet wurden, waren zu der Kundgebung gekommen. Kirchner hatte die Aufhebung der Amnestiegesetzes für die Militärs betrieben und geniesst deshalb grosses Ansehen bei den Angehörigen der Diktaturopfer. «Sein Tod ist unendlich traurig, es schmerzt sehr», sagte die Auschwitz-Überlebende und eine der Mütter des Maiplatzes, Sara Rus, der Nachrichtenagentur DPA.

Die Absperrgitter vor dem Palast füllten sich schnell mit Blumen sowie hunderten selbstgemalter Transparente und kleiner handschriftlicher Zettel. «Eva, Perón und Néstor im Himmel vereint, auf Erden alle mit Cristina», stand auf einem der Transparente. Die Botschaften waren von Dankbarkeit gegenüber dem Peronisten und Unterstützung für seine Frau geprägt.

Staatstrauer

Kirchner war am Morgen im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorbenen. «Néstor Kirchner ist noch grösser als Perón selbst, weil er ein besserer Stratege war und sich mehr um die Armen gekümmert hat», sagte Norma Fernández, eine peronistische Kommunalpolitikerin.

Ebenso wie der 27-jährige Nicolás Danzinger war sie sich sicher, dass Cristina Kirchner die bisherige Politik fortsetzen und die Präsidentenwahl im kommenden Jahr gewinnen könne.

Im Präsidentenpalast aufgebahrt

Der Leichnam Kirchners sollte an diesem Donnerstag im Präsidentenpalast aufgebahrt werden, damit die Öffentlichkeit von ihm Abschied nehmen kann. Beigesetzt werden soll Kirchner in seinem Heimatort Rio Gallegos in Patagonien. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer bis Freitag aus.

Kirchner galt neben seiner Frau als der mächtigste Politiker des südamerikanischen Landes und als aussichtsreichster Anwärter auf das höchste Staatsamt bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr.

SDA/oku

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