Zum Hauptinhalt springen

Auch Kanada hat ein Internet-Spähprogramm

Die USA stehen mit ihrer Kommunikationsüberwachung nicht allein da: Auch der kanadische Geheimdienst sammelt weltweit Telefon- und Internetdaten, wie Verteidigungsminister MacKay einräumte.

Der kanadische Verteidigungsminister äusserte sich zu den Geheimdienstaktivitäten: Peter MacKay. (2. Juni 2013)
Der kanadische Verteidigungsminister äusserte sich zu den Geheimdienstaktivitäten: Peter MacKay. (2. Juni 2013)
AFP

Nach dem Bekanntwerden des riesigen Spähprogramms des US-Geheimdienstes hat nun auch Kanada erklärt, dass sein Geheimdienst weltweit Telefon- und Internetdaten abgreift. Verteidigungsminister Peter MacKay bestätigte gestern im Parlament die Existenz des entsprechenden Programms, von dem zuvor eine Zeitung berichtet hatte. «Das passiert seit Jahren», sagte MacKay. «Der CSE überwacht nicht die Kommunikation von Kanadiern», betonte er. Laut der «Globe and Mail» ähneln die kanadischen Geheimdienstaktivitäten denjenigen der USA.

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen mit dem kanadischen Programm eigentlich vor allem Telefon- und Internetaktivitäten im Ausland überwacht werden. Es sei aber «manchmal aus Versehen» auch die Kommunikation von Kanadiern betroffen, zitierte «Globe and Mail» einen Vertreter des mit dem Programm beauftragten Dienstes des Verteidigungsministeriums.

Beteiligung an US-Programm unklar

MacKay lehnte eine Antwort auf die Frage ab, ob sich Kanada an dem jüngst aufgedeckten US-Überwachungsprogramm Prism beteilige. Oppositionspolitiker kritisierten sein Schweigen.

Die kanadische Datenschutzkommissarin Jennifer Stoddart zeigte sich besorgt und kündigte eine Untersuchung an, ob Kanadier von Prism betroffen seien. Kanada arbeitet eng mit den anderen angelsächsischen Staaten USA, Grossbritannien, Australien und Neuseeland beim Geheimdienstnetzwerk Five Eyes zusammen.

Die «Washington Post» und der britische «Guardian» hatten in der vergangenen Woche zwei hoch geheime Programme des US-Geheimdienstes NSA zum weitreichenden Zugriff auf Telefon- und Internetdaten enthüllt. US-Präsident Barack Obama verteidigte die Aktivitäten als notwendige Massnahmen zum Schutz der nationalen Sicherheit, Kritiker sehen einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre der Bürger.

AFP/sda/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch