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Bei Protesten angeschossener Mann stirbt

Ein 26-jähriger Mann, der während der Proteste gegen Polizeigewalt in Charlotte schwer verletzt wurde, starb im Spital. Die Behörden verhängen eine nächtliche Ausgangssperre.

Im Video der Polizei ist zu sehen, wie der Mann (links) aus seinem Wagen steigt. (24. September 2016)
Im Video der Polizei ist zu sehen, wie der Mann (links) aus seinem Wagen steigt. (24. September 2016)
CMPD, Keystone
Diese Handfeuerwaffe hat die Polizei beim getöteten Schwarzen gefunden. (24. September 2016)
Diese Handfeuerwaffe hat die Polizei beim getöteten Schwarzen gefunden. (24. September 2016)
CMPD, Keystone
Die Protestler umstellen das Polizeigebäude in Charlotte. (21. September 2016)
Die Protestler umstellen das Polizeigebäude in Charlotte. (21. September 2016)
Brian Blanco, AFP
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Ein bei Protesten gegen Polizeigewalt in Charlotte angeschossener Mann ist nach Behördenangaben seinen Verletzungen erlegen. Der 26-jährige sei am Donnerstag in einem Krankenhaus gestorben, teilte Polizeisprecher Keith Trietley mit.

Am Vortag war der junge Mann bei einer Demonstration nahe einem Hotel im Zentrum von Charlotte angeschossen worden, dann kam es Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Bereitschaftspolizisten. Vertreter der Stadtverwaltung erklärten später, die Polizei habe nicht auf ihn gefeuert.

Ermittler versuchten derzeit den Schützen ausfindig zu machen, sagte Polizeichef Kerr Putney. Festnahmen gab es bisher nicht.

Nächtliche Ausgangssperre

Nach mehrtägigen Unruhen haben die Behörden der Stadt Charlotte in den USA eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Massnahme solle um Mitternacht beginnen und sechs Stunden lang gelten, teilten Bürgermeisterin Jennifer Roberts und die Polizeidirektion der Stadt im US-Bundesstaat North Carolina am Donnerstagabend mit.

Zuvor hatten sich die dritte Nacht in Folge Demonstranten im Stadtzentrum versammelt, um gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner zu protestieren. Die Versammlung begann friedlich. In den beiden Nächten zuvor war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Am Mittwoch wurde der Notstand für Charlotte ausgerufen, die Nationalgarde wurde mobilisiert.

Neuer Fall von Polizeigewalt

Anlass der Proteste ist ein neuer Fall von Polizeigewalt. Ein schwarzer Beamter soll am Dienstag einen dunkelhäutigen Mann erschossen haben. Nach Angaben der Polizei wurde der 43-Jährige Keith Lamont Scott zuvor von Beamten mehrmals aufgefordert, seine Schusswaffe fallen zu lassen. Doch Nachbarn und Verwandte des Mannes erklärten, er habe lediglich ein Buch in der Hand gehalten, während er darauf gewartet habe, dass sein Sohn aus dem Schulbus aussteige.

Die Familie von Scott forderte am Donnerstag die sofortige Freigabe von Aufnahmen der Armaturenbrett- und Körperkameras der beteiligten Beamten. So sei in dem Video nicht zu erkennen, ob Scott vor seiner Erschiessung etwas in den Händen gehalten habe, sagte ihr Anwalt Justin Bamberg nach Betrachtung des Materials.

Veröffentlichung von Videoaufnahmen abgelehnt

Vielmehr sei Scott dabei zu sehen, wie er ruhig aus dem Wagen gestiegen sei, während die Beamten ihm mehrere Befehle erteilt hätten. Doch habe er sich den Polizisten nicht genähert. Zudem habe Scott seine Hände an den Seiten gehabt und sei langsam rückwärts gelaufen, als er erschossen worden sei, sagte Bamberg weiter.

Polizeichef Kerr hat eine Veröffentlichung der Videoaufnahmen indes mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen abgelehnt.

AP/AFP/chk

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