Bürgerkriegs-Statuen fallen –Trump ist traurig

Um weitere Ausschreitungen zu verhindern, liessen mehrere US-Städte Denkmäler von Sklaverei-Befürwortern entfernen. Dem US-Präsidenten passt das nicht.

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US-Präsident Donald Trump hat die Entfernung von Denkmälern für Befürworter der Sklaverei kritisiert. «So traurig zu sehen, dass die Geschichte und Kultur unseres grossartigen Landes auseinandergerissen wird mit der Entfernung unserer wunderschönen Statuen und Monumente», schrieb der Präsident am Donnerstag beim Kurzbotschaftendienste Twitter. «Man kann die Geschichte nicht ändern, man kann aber daraus lernen.» Er frage sich, wer als nächstes dran sei. «Washington? Jefferson? So verrückt!»

Nach den Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen bei der Kundgebung von Rassisten in Charlottesville entfernen immer mehr Städte im Süden der USA Statuen, die an den Bürgerkrieg erinnern. Wie der Sender CNN berichtete, wurden in Baltimore die Statuen von Südstaaten-Generälen entfernt.

Diese Monumente gedenken getöteten Soldaten der Südstaaten aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865), für viele US-Amerikaner sind sie aber auch Symbole für Rassismus. Die Konföderierten, die sich damals vom Norden losgesagt hatten, wollten die Sklaverei beibehalten.

Schnell und leise entfernt

Es sei im Interesse ihrer Stadt gewesen, die Statuen nach Einbruch der Dunkelheit entfernen zu lassen, sagt Baltimores Bürgermeisterin Catherine Pugh. In Anbetracht des derzeitigen politischen Klimas in den USA sei es wichtig gewesen, schnell und leise zu handeln, so Pugh.

Mit Kränen wurden am Mittwoch ein Monument für die Generäle Robert E. Lee und Thomas «Stonewall» Jackson sowie die Statue des Sklavenhalter-freundlichen Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes, Roger B. Taney (1777-1864) entfernt, berichtete der Lokalsender WBALTV.

Der Stadtrat von Baltimore hatte am Montag die Entfernung von vier Statuen beschlossen. Auch andere Städte wie Lexington in Kentucky wollen dem Bericht zufolge ihre Statuen nach den Vorfällen in Charlottesville entfernen.

Forderung nach Attentat

Nach dem Attentat des weissen Rassisten Dylann Roof auf schwarze Gläubige in der Stadt Charleston in South Carolina vor zwei Jahren wuchsen die Forderungen nach der Entfernung solcher Südstaatendenkmäler. Schätzungen zufolge gibt es bis zu 1500 Konföderiertendenkmäler sowie nach ihnen benannte Strassen, Brücken und Militärbasen.

Am Montag hatten Demonstranten in Durham im Staat North Carolina ein Denkmal für Soldaten der ehemaligen Südstaaten umgestürzt. Nach Angaben der Veranstalter war die Aktion als direkte Antwort auf die Zusammenstösse von Rassisten und Gegendemonstranten in Charlottesville (Virginia) zu verstehen. Die Rassisten hatten dort gegen die Entfernung einer Statue von General Lee protestiert.

nag/sda

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