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Chile will Bürgerkrieg in Bolivien verhindern

Präsidentin Michelle Bachelet lädt als Vorsitzende der Union Südamerikanischer Staaten Unasur für Montag zur Krisensitzung.

Hier entzündete sich der Konflikt: Die Gewaltausschreitungen in Pando.
Hier entzündete sich der Konflikt: Die Gewaltausschreitungen in Pando.
Keystone

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez, Morales' engster Verbündeter, kündigte seine Teilnahme an. «Eine Tragödie grösseren Ausmasses muss verhindert werden», sagte er.

Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva erklärte, er werde dem Gipfel beiwohnen, falls Bolivien dies wünsche. Allerdings sollten sich Regierung und Opposition zuvor über ihre Ziele klar werden. «Falls wir eine Entscheidung fällen, die keine Seite respektiert, ist das Treffen sinnlos», sagte er.

Morales droht weiter

Der bolivianische Präsident Evo Morales drohte unterdessen damit, den über Pando verhängten Ausnahmezustand auf alle aufständischen Provinzen im Osten des Landes auszuweiten. Der Gewalt zwischen Gegnern und Anhängern der Regierung fielen dort mindestens 18 Menschen zum Opfer.

Morales bezeichnete eine Schiesserei in der Provinz Pando, bei der am Donnerstag mindestens 16 Menschen umkamen, als Hinterhalt und Massaker an Regierungsanhängern. Bei den Opfern handelte es sich überwiegend um Bauern, die den linksgerichteten Präsidenten unterstützten. Morales liess heute den Gouverneur von Pando, Leopoldo Fernández, festnehmen. Er wirft ihm vor, «brasilianische und peruanische Auftragskiller» befehligt zu haben.

Fernández wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen entbehrten jeglicher Grundlage, sagte er. Die bolivianische Regierung hatte am Freitagabend den Belagerungszustand über Pando ausgerufen. Morales erklärte tags darauf, er werde nicht zögern, diese Massnahme bei Bedarf auch auf die anderen nach Autonomie strebenden Provinzen auszudehnen.

Der Osten fordert mehr Unabhängigkeit

Die Regierungsgegner hatten bei ihren seit Tagen andauernden Protesten die Erdgaslieferungen nach Brasilien unterbrochen. Die wohlhabenden Provinzen - Santa Cruz, Beni, Pando and Tarija - fordern eine grössere politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Zentralregierung. Ausserdem verlangen sie eine Absage des für Dezember geplanten Referendums über eine neue Verfassung, die Morales' Wiederwahl ermöglichen würde.

AP/oku

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