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Clinton und Sanders gehen sich bei TV-Debatte hart an

Vor der wichtigen Vorwahl in New York liefern sich die demokratischen Präsidentschaftskandidaten eine hitzige TV-Debatte.

Finden sich gegenseitig als US-Staatsoberhaupt ungeeignet: Hillary Clinton und Bernie Sanders während der CNN-TV-Debatte der Demokraten in Brooklyn, New York. (14. April 2016)
Finden sich gegenseitig als US-Staatsoberhaupt ungeeignet: Hillary Clinton und Bernie Sanders während der CNN-TV-Debatte der Demokraten in Brooklyn, New York. (14. April 2016)
Keystone
«Ich habe viele Dinge in meinem Leben gehört, das war ein Novum», reagiert Clinton auf die vielen Vorwürfe von Sanders.
«Ich habe viele Dinge in meinem Leben gehört, das war ein Novum», reagiert Clinton auf die vielen Vorwürfe von Sanders.
AP Photo/Seth Wenig), Keystone
Für die Nominierung zum offiziellen Kandidaten sind bei den Demokraten 2383 Delegiertenstimmen nötig – und bis zur möglichen Vereidigung als US-Staatschef ist es noch ein langer Weg. Vor Beginn der Debatte horchen die beiden Kandidaten der Nationalhymne.
Für die Nominierung zum offiziellen Kandidaten sind bei den Demokraten 2383 Delegiertenstimmen nötig – und bis zur möglichen Vereidigung als US-Staatschef ist es noch ein langer Weg. Vor Beginn der Debatte horchen die beiden Kandidaten der Nationalhymne.
AP Photo/Frank Franklin II, Keystone
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Der Ton zwischen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Bernie Sanders wird noch bissiger. Bei einer weiteren TV-Debatte sprachen sie sich am Donnerstag (Ortszeit) gegenseitig die Eignung für das höchste Staatsamt ab. Zudem gab es heftige Wortgefechte über den Mindestlohn, Waffenkontrolle, Aussenpolitik und die Macht der Wallstreet.

Das jüngste Rededuell in einem Industriepark in Brooklyn fand zu einem wohl entscheidenden Moment im Vorwahlrennen der demokratischen Bewerber statt. Bei der Primary genannten Abstimmung in New York sind am Dienstag viele Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer zu holen.

Ein Sieg Clintons in ihrer Wahlheimat könnte Sanders’ aktuellen Höhenflug abbremsen, der zuletzt aus einer Reihe von Vorwahlen als Sieger hervorgegangen war. Sollte der Senator von Vermont überraschend in New York reüssieren, regten sich wohl rasch neue Zweifel an der Kandidatur der Favoritin.

Sanders stellt Clintons Glaubwürdigkeit infrage

Diese Zweifel versuchte Sanders schon in der TV-Debatte zu wecken. Mit bisweilen sarkastischem Unterton stellte der Senator Clintons Glaubwürdigkeit infrage. Dazu verwies er auf deren früheres Eintreten für den unpopulären Irakkrieg und für Freihandelsabkommen.

Zudem habe sie Geld von Super Pacs angenommen, kritisierte er. Damit sind Organisationen gemeint, die unbegrenzt Spenden zur Werbung für bestimmte Kandidaten verwenden können.

Clinton unterstellt Sanders schlechtes Urteilsvermögen

Clinton zeigte sich irritiert über Sanders’ Attacken. Sie habe schon «viele Dinge über sich gehört, das war ein Novum», erklärte sie. Sanders warf sie dann vor, dass er noch nicht einmal sein Kernversprechen einer Zerschlagung der grossen Wallstreet-Banken werde umsetzen können.

Zudem habe er bei einem Interview in der Zeitung «New York Daily News» vor kurzem Schwierigkeiten gehabt, einige Fragen zur Aussenpolitik zu beantworten, kritisierte Clinton. «Ich denke, man braucht vom ersten Tag an Urteilsvermögen, um sowohl Präsident als auch Oberkommandierender zu sein.»

Offenlegung von Steuern und Manuskripten gefordert

Sanders richtet seine Kampagne weitgehend auf Wirtschaftsthemen aus, versuchte sich anders als bei früheren TV-Debatten aber auch mehr auf dem Parkett der Aussenpolitik in Szene zu setzen. In einem längeren Schlagabtausch zur Nahostpolitik forderte er, dass die USA im Umgang mit Israel und den Palästinensern «unparteiisch» sein müssten. Zudem sollte Washington eingestehen, dass Israel nicht immer richtig liege.

Clinton hatte auch weiterhin Mühe zu erklären, warum sie noch nicht die Manuskripte ihrer bezahlten Reden vor Wallstreet-Banken offengelegt hat. Das Thema hatte Sanders wiederholt im Wahlkampf als Angriffsfläche genutzt.

Clinton sagte, sie werde die Manuskripte erst dann veröffentlichen, wenn andere Kandidaten es ihr gleichtäten. Der Senator konterte mit der Ankündigung, noch am Freitag die meisten seiner jüngsten Steuererklärungen freigeben zu wollen.

Clinton mit Vorsprung

Clinton hat im Kampf um die Nominierung 1289 Delegierte auf seiner Seite, Sanders 1038. Noch grösser fällt Clintons Vorsprung aus, wenn die Superdelegierten hinzugezählt werden, die beim Parteitag im Juli frei zwischen den Bewerbern entscheiden können und sich bislang weitgehend auf Clinton festgelegt haben.

Für die Nominierung zum offiziellen Kandidaten sind bei den Demokraten 2383 Delegiertenstimmen nötig.

SDA/afo

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