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Der «Hohepriester der Intrige» zieht wieder die Fäden

Der Republikaner Roger Stone gehört zu den erfolgreichsten Politberatern der USA. Bei den kommenden Gouverneurswahlen zieht er mit einer ehemaligen Bordellchefin und einem Schwulenhasser in den Wahlkampf.

Carl Paladino gilt bei den Gouverneurswahlen im Bundesstaat New York als wichtigster Herausforderer des demokratischen Favoriten Andrew Cuomo. Der als «Crazy Carl» bekannte Paladino machte sich vor allem mit provozierenden Äusserungen einen Namen. Gemäss einem Bericht im «Spiegel» kündigte der 59-Jährige seinen 10-Millionen-Dollar teuren Wahlkampf damit an, dass er die New Yorker Landeshauptstadt Albany «mit dem Baseballschläger säubern wolle». Und Homosexuelle betitelte er als «Pornografen und Perverse», die es auf die Kinder Amerikas abgesehen hätten. Aufgrund solcher Äusserungen ist die gute Ausgangslage Paladinos umso erstaunlicher.

Der Republikaner geniesst für seinen Wahlkampf prominente Unterstützung: Roger Stone. Er ist der starke Mann im Hintergrund von Paladino, der Strippenzieher seines Wahlkampfs. Stone ist schon länger dafür bekannt, dass er aussergewöhliche Kandidaten bei ihren Wahlkämpfen unterstützt.

Eine ehemalige Puffmutter als Kandidatin

Für die Gouverneurswahlen in New York hat er noch ein zweites heisses Eisen im Feuer: Kristin Davis. Die kurvenreiche Blondine, nicht zu verwechseln mit ihrer Namensvetterin aus der TV-Serie «Sex and the City», machte sich im Jahr 2008 einen Namen als wahrscheinlich berühmteste Puffmutter der USA.

Davis vermittelte damals eine Prostituierte an Eliot Spitzer und brachte so den damaligen Gouverneur zu Fall. Dass sie nun ausgerechnet den ehemaligen Posten ihres Opfers antreten will, umschreibt sie mit dem Begriff «poetic justice». Gemäss «Spiegel» sind die Wahlchancen von Davis aber eher gering.

Doch die Vergangenheit zeigt, dass Stones Beratermandate meist erfolgreich enden: Gemäss «Spiegel»-Recherchen verhalf er schon den ehemaligen US-Präsidenten Reagen und Nixon zum Erfolg. Seine Mittel bewegten sich stets in grenzwertigen Bereichen: gefälschte Wahlspenden oder das Streuen von Sexgerüchten gehören zu seinen Spezialitäten. So soll Stone schon vor allen gewusst haben, dass der geschasste Eliot Spitzer im Bett stets die Socken anbehält, wie der «Spiegel» berichtet.

Seine Titel trägt er mit Ehre

In den US-Medien wird Stone auch «Meister der Hinterlist» oder «Hohepriester der Intrige» genannt. Und der 59-Jährige dürfte diese Bezeichnungen mit Ehre tragen – zumindest so lange seine Beratungsmandate erfolgreich sind. Die Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten finden am 2. November dieses Jahres statt.

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